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Der neue Panamera Turbo: Feuertaufe auf der Rennstrecke
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Der neue Panamera Turbo: Feuertaufe auf der Rennstrecke

Sein Design ist eine Revolution. Den wahren Aufstand probt die Limousine aber auf der Nordschleife - und hängt sogar so einige Lambos ab!

 

Auch wenn der „richtige“ Sommer sich derzeit noch rarmacht: die Sommerferien stehen vor der Tür - und spätestens dann ist flirrende Hitze quasi garantiert. Bevor man mit Sack und Pack gen Süden aufbricht, bleibt gerade noch Zeit, die Strandfigur etwas auf Vordermann zu bringen.

Seitenansicht Porsche Panamera

Großes Vorbild der Saison ist zweifellos eine heiße Strandschönheit aus Zuffenhausen: Porsches ehemaliges „Moppelchen“ Panamera hat satte 100 Kilo abgespeckt und präsentiert sich in der neuen Generation auf einmal gertenschlank. Ganz klar: das zweite Modell von Porsches Oberklasse-Limousine ist keine behutsame Weiterentwicklung, sondern eine regelrechte Revolution – „Buckelwal“ war gestern!

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Wie neu geboren: die radikale Neuentwicklung des Panamera

Getreu diesem Motto blieb vom alten Panamera bei der gründlichen Entrümpelung nur das allernötigste übrig, nämlich „das Limousinenkonzept, der Name und das Porsche-Logo“, so Baureihenleiter Gernot Döller. Dass der Viertürer das Wappen mit dem Pferd völlig zu Recht trägt, bezeugt schon die neue Linienführung recht eindrucksvoll. Sportliche Kurven sorgen für einen windschnittigen 911er-Look.

Rückansicht Porsche Panamera

Das Biturbo-Kraftpaket

Aber genug von den schnöden Äußerlichkeiten – widmen wir uns den alles entscheidenden inneren Werten. Und die können sich zweifellos sehen lassen: 550 PS und 770 NM Drehmoment legt der brandneue V8-Biturbo im Spitzenmodell „Panamera Turbo“ mit Sport Chrono-Paket vor. In 3,6 Sekunden geht es damit trotz zwei Tonnen Gewicht von 0 auf 100. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 306 km/h. 

Auf Wunsch gibt es zudem die aus 918 Spyder und 911 Turbo bekannte Hinterachslenkung oben drauf. Damit werden auch engste Kurven – mit bekannter Porsche-Präzision -  zum regelrechten Kinderspiel, eine Wankstabilisierung sorgt für zusätzliche Stabilität. Unterstützend entfaltet sich geschwindigkeitsabhängig der Heckspoiler. Ein Anblick, der wohl selbst Batman höchstpersönlich in Extase versetzen würde. 

Porsche Panamera Turbo Spoiler

Porsche Panamera: Härtetest auf der Nordschleife

Wer dem Oberklasse-Schiff trotzdem nur gediegene Rennomierfahrten zutraut, der irrt gewaltig: das Turbo-Triebwerk peitscht die Limousine bei Bedarf auch zu fulminanten Topleistungen auf dem Rundkurs. Ganz klar: Auf Kompromisse in puncto Sportlichkeit wollten sich die Zuffenhausener gar nicht erst einlassen. 

Halbseitenansicht Porsche Panamera

Daher scheute man auch den absoluten Härtetest in der gefürchteten „Grünen Hölle“ nicht. Schließich lautet das ungeschriebene Sportwagen-Gesetz: Wer auf der Nordschleife besteht, hat einen Platz im Olymp des Motorsports sicher. Und wer wüsste das besser als Porsche? Schließlich hat man mit dem 918 Spyder den absoluten Rennpisten-Dominantor unter den Supercars im Programm. 

Mit entsprechender Spannung blickte die Motorsport-Welt dann am Tag X auch auf die Eifel. 20,8 Kilometer blieben dem Panamera Turbo um seine Fahrdynamik unter den extremen Bedingungen des Nürburgrings unter Beweis zu stellen. Porsches Luxus-Kraftmeier konnte liefern.

"Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht"

Beeindruckende 7:38 Minuten standen am Ende auf der Uhr. Damit sicherte sich der Panamera Turbo nicht nur den Ehrentitel der „schnellsten Luxuslimousine auf der Nordschleife“, sondern verwies nebenbei auch gleich einige reinrassige Sportler auf die Plätze. Ob Mercedes SLS AMG oder der hauseigene 911 GT3 (997) – sie alle müssen sich der Macht des brachialen Viertürers beugen. Porsches fünfsitziges Schlachtschiff platziert sich damit sogar vor dem Murciélago LP 670-4 SuperVeloce - und der war bis zum Jahr 2010 noch das absolute Topmodell aus dem Hause Lambroghini.

Und das war erst der "Turbo" - wer Porsche kennt, der weiß, dass die Zuffenhausener gerne noch einen draufpacken. Vielleicht sogar einen Turbo S? Grund genug für DRIVEN!, bei Porsche nachzufragen. Auf neue Modellvarianten festlegen will man sich dort derzeit noch nicht. Fest steht aber: "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht". Vielleicht gibt es also bald ein Panamera-Wiedersehen auf der Nordschleife - dann im Turbo-S-Gewand. 

Seitenansicht Porsche Panamera

An der außergewöhnlichen Qualität des neuen Biturbo-V8 sollte jedenfalls nach dieser Top-Performance kein Zweifel mehr bestehen. Kaum überraschend, dass wir den Antrieb bald auch in anderen Fahrzeugen aus dem VW-Konzern wiedersehen werden: man munkelt, dass auch der neue Audi A8 auf der Panamera-Plattform basieren wird. 

Das Panamera-Modellfeuerwerk

Übrigens: Wem die 153.011 Euro für den Turbo zu teuer sind, der muss trotzdem nicht auf das Panamera-Erlebnis verzichten. Neben dem Top-Modell ist Porsches Limousine zum Start noch in zwei anderen Modellvarianten erhältlich: mit einem V8-Selbstzünder (ab 116.954 Euro) und als V6-Benziner (ab 113.027) erhältlich. Schließlich führt nicht jeder Arbeitsweg tagtäglich über den Nürburgring. 

Wer zuschlagen will, muss sich übrigens noch bis zum Herbst gedulden. Eins steht aber wohl jetzt schon fest: von einem „Buckelwal“ wird im Zusammenhang mit dem Panamera bald niemand mehr sprechen.  

 

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