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Artikelbild BeschreibungHyper-Luxus SUVs mit PS-Massen: von wegen „Muttipanzer“!1949
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Hyper-Luxus SUVs mit PS-Massen: von wegen „Muttipanzer“!
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Hyper-Luxus SUVs mit PS-Massen: von wegen „Muttipanzer“!

Geländewagen gelten inzwischen als Hausfrauen-Autos. Lamborghini, Bentley und Rolls-Royce bekämpfen dieses Image nun mit Pomp und PS!

Die Zeiten, als man mit einem „Geländewagen“ noch auffallen konnte, sind definitiv vorbei. Heutzutage sind die schwerfälligen „Onroader“ schlicht omnipräsent.

Grafik einer Frau in einem Geländewagen.
Typisch SUV?

Kreativ ist der moderne Städter deshalb vor allem bei der Entwicklung von Schmähnamen für die verhassten SUVs. „Yuppie-Traktor“, „Lifestyle-LKW“, gerne auch „Mutti-Panzer“ – der Fundus ist nahezu unerschöpflich.

Der letzte Kampfname sagt auch schon einiges darüber aus, wie die typische SUV-Zielgruppe inzwischen wahrgenommen wird: die bulligen Gefährte sind eher als Fortbewegungsmittel für gestresste Damen aus der besseren Gesellschaft bekannt, die auf dem Weg von der Aromatherapie zum Basketballtraining des Juniors noch schnell ein bisschen einkaufen wollen.

SUV-Spaß ohne Mutti-Image

Anhaben konnte das dem Erfolg der SUVs bisher wenig: unverändert sind die Straßenschiffe Bestseller und gehören bei nahezu jedem Autohersteller zum Standardrepertoire.

Aber Begriffe wie „Standard“ und „Mutti“ schrecken jeden Autofreund ab, der sich Exklusivität auf die Fahnen geschrieben hat und auf keinen Fall in der breiten Masse untergehen will. Aber keine Sorge: auch diese – sehr zahlungskräftige – Zielgruppe muss künftig nicht mehr leer ausgehen.

Die ""Spirit of Ecstasy" - Kühlerfigur von Rolls-Royce.
Die "Spirit of Ecstasy", fälschlicherweise oft "Emily" genannt.

Der Cullian – standesgemäß auf jedem Terrain

Kurzfristigen Modetrends hinterherzulaufen war bekanntermaßen noch die Strategie von Rolls-Royce. Schließlich erwartet der eingefleischte Kundenstamm von der britischen Luxus-Schmiede vor allem opulent ausgestattete Schlachtschiffe, die in würdevoller Ruhe über den Asphalt gleiten. Da lässt sich der Inhalt der Mini-Bar in aller Ruhe genießen. Meist fährt seine Lordschaft nämlich gar nicht selbst.

Genau hier setzt der Cullian an: er soll nämlich ein ähnlich „schwebendes“ Fahrerlebnis auch dann bieten, wenn es mit der Jagdgesellschaft mal ins unwegsamere Gelände geht. Daher wird er auch mit einem 4x4-Antrieb ausgestattet – eine Royce-Premiere. Man will sich im Off-Road-Bereich denn auch gleich mit Range Rover messen.

Rolls-Royce Emblem auf einer lederüberzogenen Nackenstütze.
Berühmt für Perfektion: die Innenaustattung von Rolls-Royce.

Optisch erinnert der Cullian – benannt nach dem größten Diamanten der Welt – derzeit frappierend an ein Phantom. Das ist kein Wunder, denn die Studie basiert schließlich auch auf dem Model Phantom – wobei man ein Stück vom Heck kurzerhand abgesägt hat, gut zu erkennen an den winzigen Hintertüren. Und auch der Heckspoiler wirkt eher, als wäre er von einem Bastler noch schnell draufgelötet worden.

Ein Bösewicht-Mobil

Über das endgültige Aussehen des Cullian soll diese Studie aber nichts weiter aussagen. Wobei ihr ein gewisser Eigencharme nicht ganz abzusprechen ist. Manche sehen in ihr das perfekte Gefährt für einen Superschurken aus dem Batman-Universum.

Bild eines Testautos für den Rolls-Royce SUV "Cullian".
Bald in Jockers Garage? Ein Testauto mit Charakter.

Auf jeden Fall Power

Festlegen will man sich bei der BMW-Tochter aber auf die technischen Eckdaten: mehr als 600 PS soll der 12-Zylinder-Antrieb packen. Damit wäre man der Konkurrenz von Porsche zumindest eine kleine Nasenlänge voraus.

Wem also der Sinn nach gediegenem SUV-Vergnügen steht, der kann schon mal anfangen, das Sparschwein zu füttern. Ab 2018/19 soll der Cullian auf den Markt kommen. Die Exklusivität gibt es übrigens ohne Aufpreis gleich dazu, denn auf hohe Stückzahlen legt man bei der britischen Nobel-Schmiede nämlich keinen großen Wert.

Seitansicht eines Testwages für das Rolls-Royce SUV "Cullian".
Herrlich unpassend: der Proll-Spoiler!

Die Konkurrenz schläft nicht

Aber auch andernorts hat man die Luxus-Marktlücke im SUV-Segment erkannt: In Italien will Lamborghini mit dem Urus 2018 einen geländegängigen Boliden ins Rennen schicken, der ebenfalls mit 600 PS ausgestattet ist. Vom Design orientiert man sich am Aventador und erreicht somit, dass auch bei der Off-Road-Variante die typische Lambo-Optik nicht zu kurz kommt.

Frontansicht eines Urus, dem neuen Gelände-Sportwagen von Lamborghini.
Bildquelle: flickr / Otis Blank

Bentley-Jeep bricht Geschwindigkeits-Rekord

Der Bentley Bentayga kommt ebenfalls aus dem VW-Konzern. Und der soll es auf 301 km/h bringen und sich so den Ehrentitel „schnellster SUV der Welt“ sichern. Falls sich tatsächlich einmal jemand traut, eines dieser 200.000€ teuren Gefährte durch Matsch und Schlamm zu jagen, wird ein anderer Wert aber noch viel interessanter: der W 12 Motor stellt ab schon ab 1250 Umdrehungen gigantische 900 Nm zur Verfügung. 

Ein Bentley Bentayga - derzeit der schnellste Geländewagen der Welt
W12 Motor, 608 PS, 301 km/h Spitze, 0 auf 100 in 4,1 Sekunden, 200.000€ Basispreis. Bentley macht klare Ansagen an die billigen Plätze!

Es sieht also ganz danach aus, als würde der SUV-Trend so schnell nicht abebben. Ganz im Gegenteil: mit den neuen Luxus-Modellen scheint gesichert, dass auch die geldigere Klientel die Limousine in Zukunft öfter mal stehen lässt. Die chronische Parkplatznot in der Innenstadt wird so sicher nicht behoben. Aber wenigstens für etwas mehr optische Abwechslung ist dadurch bestimmt gesorgt.

 

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