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Artikelbild BeschreibungDurchzug : Der Peugeot 308 GTi3655
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Durchzug de luxe: Praxistest Peugeot 308 GTi
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Durchzug de luxe: Praxistest Peugeot 308 GTi

Mit 272 PS auf 1,4 Tonnen macht der 308 GTi auf der Autobahn die deutsche Mittelklasse nass. Und die Mitgift ist äußerst verführerisch.

Französische Autos haben auf der Überholspur anscheinend nichts verloren. Jedenfalls werde ich in meinem Peugeot 308 fast schon routinemäßig vertrieben. Das fällt vor allem auf, wenn ich hinter einem Trödler hänge: Sobald die deutsche Mittelklasse im Rückspiegel erscheint, bekomme ich den „Blinker links“. 

Das Heck eines Peugeot 308 GTi in der Lackierung "Coupe Franche".
Dieser Hintern schreit Sport!

Offensichtlich GTi

Mit einem Franzosen steht man gewissermaßen unter „Generalverdacht“. Das ist einerseits verständlich: Die Gallier gehen ja oft eher in Richtung „Familie“. Auf der anderen Seite sieht der Peugeot 308 im Allgemeinen - und mein GTi im Besonderen - aber überhaupt nicht nach Familienkutsche aus.

Und von hinten schon gar nicht: Zwei überdimensionale, verchromte Endrohre, dazwischen ein Diffusor, rötlich umrandetes „GTi“-Emblem, getönte Heckscheibe, Spoilerlippe am Dach, 19-Zöller mit aggressiven Leichtmetallfelgen vor riesigen Scheibenbremsen. Und dazu noch die zweifarbige Sonderlackierung „Coupe Franche“. Für noch mehr Kraftprotzerei müsste man eigentlich schon die Grenzen des guten Geschmacks übertreten.

Grandioser Durchzug

Die Drängler sind mir allerdings herzlich wurscht. Sobald die Spur frei wird, lasse ich die allermeisten von ihnen sowieso schnell hinter mir. Dieses befreiende Gefühl wird von 270 PS ermöglicht. Es gibt 7er BMWs, die mit weniger Leistung haushalten müssen. Der 1395 Kilo schwere Peugeot hängt damit wundervoll am Gas und zieht bis 220 km/h absolut mühelos durch, selbst wenn es bergauf geht. Von da bis zur Abriegelung bei 250 Stundenkilometern braucht man dann aber doch ein bisschen mehr Geduld. Aber auch das ist ein „Warten auf hohem Niveau“. 

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Bis an die Sportwagen-Liga

Überhaupt spielt man mit dem 308 GTI schon in einer sehr sportlichen Liga: 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind z.B. aller Ehren wert. Dabei ist das das Fahrwerk wunderbar straff und erlaubt erstaunliche Kurvengeschwindigkeiten, besonders wenn man den „Sportmodus“ aktiviert und die Amaturenbeleuchtung von Weiß auf ein „Alarm-Rot“ wechselt.

DATEN: Peugeot 308 GTi

  • Leistung:                         272 PS
  • Drehmoment:                  330 Nm
  • Leergewicht:                   1395 kg
  • O – 100 km/h:                 6,0 Sekunden
  • Topspeed:                       250 km/h (abgeriegelt)
  • Umweltzone:                    4 (grün)
  • Schadstoffklasse:            Euro 6
  • Getriebe:                         6-Gang Schaltgetriebe
  • Antriebsart:                     Vorderrad
  • Kraftstoffart:                    Benzin
  • Verbrauch innerorts:       6,0 l /100 km
  • Verbrauch außerorts:     4,9 l / 100 km
  • Verbrauch kombiniert:    6,0 l/ 100 km
  • Anzahl der Türen:          5           
  • Länge:                            4,25 m
  • Breite:                             1,80 m
  • Höhe:                              1,46 m
  • Kofferraumvolumen:       420 Liter
  • Preis:                              34.950 € 

Logische Anordnung

Allerdings braucht man für ein sportliches Auftreten im Stadtverkehr erstmal ein wenig Übung: Anders als bei höheren Geschwindigkeiten spürt man hier nämlich das „Turbo-Loch“. Kein Wunder: Die 272 Pferdestärken werden ja schließlich aus 1,6 Litern Hubraum „herausgepresst“. Zusammen mit den etwas langen Schaltwegen und dem gewöhnungsbedürftigen Schleifpunkt der Kupplung muss man aufpassen, dass man das Auto nicht peinlich aufschaukelt, anstatt es dynamisch über die Spuren zu jagen. Aber sobald man reinkommt, freut man sich dann umso mehr über jedes gelungene, spritzige Fahrmanöver. 

Für das kleine Lenkrad und die seltsame Anordnung der Amaturen musste Peugeot schon viel Häme einstecken. Aber nicht von mir: Der Mini-Lenker macht beim Rangieren fast schon süchtig. Außerdem scheint es mit ziemlich logisch, Tacho und Drehzahlmesser nicht hinter, sondern über dem Lenkrad zu verbauen. Endlich müssen sich die Augen nicht erst einen Weg zwischen Händen und Lenkrad hindurch bahnen, sondern man sieht alles ohne den Blick von der Straße zu nehmen. 

Die Tacho-Anzeige eines Peugeot 308 GTi.
Eigentlich logisch: die Instrumente sind über statt hinter dem Lenkrad.

Unendliche Weiten

Ansonsten zeigt einem der Peugeot mal wieder, was man an der „Kompaktklasse“ einfach lieben muss. Die Sitzposition ist angenehm hoch. Der Platz, den man durch die Höhe gewinnt, wird allerdings nicht für verschwendet, wie bei einem SUV. Der Innenraum ist also absolut familientauglich und wird sogar noch über den guten, alten „Franzosentrick“ erweitert: Die Windschutzscheibe ist ein Stück weit nach vorne versetzt. Mit dem so gewonnenen Platz kann man zwar nichts Konkretes anstellen, aber er vermittelt ein riesiges „Raumgefühl“. Und der Kofferraum ist mit 420 Litern sowieso gigantisch.

Das einem dann aber andererseits Frontpiper und Rückfahrkamera zur Verfügung stehen, um ein 4,35 m kurzes Auto zu parken, ist fast schon wieder dekadent.

Der Kofferraum eines Peugeot 308 GTi.
Platz ohne Ende: Der Kofferraum fasst 420 Liter.

Fazit:

Mit 272 PS untern Hintern, fragt man schon ganz ernsthaft: Warum eigentlich nicht mal ein Franzose? Das ist vor allem eine Frage der „Mitgift“:

Im Preissegment des 308 GTi tummeln sich nämlich einige Power-Prügel, wie der Golf GTI Performance oder der Honda Civic Type R und der Ford Focus RS. Die letzten beiden haben sogar noch deutlich mehr Power, (310 PS bzw. 350 PS) sind aber auch ein ganzes Stück teurer. Vor allem wenn man bei allen Fahrzeugen die Top-Ausstattung ansetzt, ist der Peugeot 308 GTi mit 34.950 Euro wohl der günstigste. Und weil er den ganzen Schnickschnack mit an Bord hat, fährt sich der Peugeot auch über längere Strecken wie eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Sogar Massagesitze sind am Start.

Mit dieser Mitgift wird die Braut also so richtig attraktiv. Daher haben wir mit dem "Mädchen" auch noch ein kleines Video gedreht:

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