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New York Auto Show 2016
New York Auto Show 2016
Für eine Handvoll Dollar: Die Supercar-Killer der NY Auto Show
New York Auto Show 2016
Artikel

Für eine Handvoll Dollar: Die Supercar-Killer der NY Auto Show

Viel Power für wenig Geld: Die neueste Generation der Ami-Sportler bietet 500-700 PS zu Kampfpreisen. DRIVEN! hat sie inspiziert.

Der Regera
Ein Star des Genfer Salons: Der Regera

Der Genfer Autosalon hat seine Türen gerade erst geschlossen – nun geht es in New York schon wieder weiter: The auto show must go on!

Allerdings spielt die New Yorker Band ein ganz anderes Lied: Genf – das sind europäische Supercars. Sie sind teilweise in Handarbeit gefertigt, tragen mondäne Namen und sind meist auf ein paar hundert Stück limitiert. Dabei haben sie vor allem eines gemeinsam: astronomische Preise im Millionenbereich.

Koenigsegg
Ganze 80 Regeras will Hersteller Koenigsegg verkaufen - für jeweils 2 Millionen Euro.
Porsche 911 R
Teurer Knüppel: Bis zu 1 Million Euro wert.

Der Porsche 911 R: 1.000.000 Euro für einen Schaltknüppel?

Dieser Typ Auto wird in New York vom Porsche 911 R vertreten. Der war auch schon in Genf dabei – und wurde dort zum Superstar: Warum, das ist schwer zu sagen, denn letztendlich ist der "R" nur ein GT3 mit Schaltknüppel. Hinzu kommen höchstens noch ein paar ein paar markante Schriftzüge und Nostalgie-Karos im Innenraum. Und natürlich die künstliche Verknappung: Der 911 R ist auf die magische Zahl von 991 Stück limitiert.

Das Publikum findet so etwas aber anscheinend orgastisch. Der „R“ war schon von vornherein ausverkauft und wird inzwischen für Preise um die 1 Million Euro gehandelt.

Der Porsche 911 R auf der NY Auto Show
Wie ein affektiertes Dressurpferd auf einer Cowboyranch: Der Porsche 911 R auf der NY Auto Show.

In New York wirkt der 911 R allerdings wie ein Dressurpferd auf der Cowboyranch: zweifellos schön, aber seltsam affektiert. Mit handgearbeiteten Hommagen, Schriftzugsdetails und limitierten Auflagen kann man hier nichts anfangen. Man definiert sich über ein einfaches Motto – und das heißt „Bang for the Buck“, frei übersetzt bedeutet das „Wumms pro Dollar“.

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Viper ACR

Supercar-Killer für ca. 100.000 Dollar

Die ausgestellte Viper ACR soll z.B. für ca. 118.000 Dollar zu haben sein – übrigens auch mit Handschaltung. Das schreit nach einem Vergleich mit dem Porsche R – und da ist das Schwabenland schnell in Not, denn statt der 500 Pferdestärken aus Zuffenhausen bekommt man bei Dodge 654 PS. Entscheidender ist aber noch, was die Viper damit alles anstellen kann. Auf der Rennstrecke in Laguna Seca konnte sie nämlich dem Supercar aller Supecars die Bestzeit abknöpfen: Um knapp eineinhalb Sekunden konnte sie den Porsche 918 Spyder (Listenpreis: 768.000 €) unterbieten.

Dogde Viper ACR
Die Dogde Viper ACR: Spielt in der Liga der Supercars - kostet aber nur 118.000 Dollar.
Nissan GT-R

Der Nissan GT-R: ein Auto mit Vergangenheit

Bang for the Buck - dieses Motto "lebt" der Nissan GT-R bereits seit seiner Einführung im Jahr 2008: In seinem Top-Gear Test verwies er erst einmal die halbe Sportwagen Elite auf die Plätze. Seitdem hat der GT-R aber nochmal ordentlich Power zugelegt: 570 PS bringt das ausgestellte Modell inzwischen (per Allrad) auf die Straße.

Damit schafft er den "0 auf 100" Sprint in weniger als 2,8 Sekunden – das ist das Niveau des Lamborghini Aventador Superveloce! Der Italiener schlägt allerdings mit 389.000 Euro zu Buche, während es dem GT-R bislang immer gelungen ist, unterhalb der 100.000 Dollar Grenze zu bleiben.

Der Camaro: ein Preisknaller in der Form seines Lebens!

Als König der Discount-Racer gilt aber traditionell der Chevrolet Camaro. Die Marke "Chevy" ist in den USA nicht umsonst ein Synonym für viel Blech zum kleinen Preis. Die Vorgängerversion bot z.B. 430 PS für ca. 38.000 Euro. Das ist eine klare Ansage: Muskeln kosten nicht die Welt!

Allerdings hat der Camaro pünktlich zu seinem 50. Geburtstag nochmal eine Bodybuilding-Kur gemacht: Masse rauf (640 PS!) und Fett runter (100 Kilo weniger). Das sieht man: Die 2016er Version wirkt brachialer als Arnold Schwarzenegger zu besten Terminator-Zeiten. 

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Verkehrte Welt: Der Ford GT

Die Rollen scheinen also klar verteilt: In Genf macht das alte Europa viel Brimborium um unbezahlbare Supercars, während man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fast genauso viel Leistung für eine Handvoll Dollar bekommt.

Aber bekanntlich tanzt ja immer jemand aus der Reihe. In diesem Fall ist es die Firma Ford. Ihr GT spielt nämlich den PS-Adeligen: Man beruft sich auf die Rennsport-Analen, in denen ein Ford GT40 vor 50 Jahren LeMans Geschichte geschrieben hat. Daher ist der neue GT natürlich von vornherein eine Legende und wird streng limitiert: mehr als 250 Stück darf es auf keinen Fall geben! Willige Käufer müssen - ähnlich wie bei LaFerrari und Co. - auch erst einen Bewerbungsprozess durchlaufen, bevor sie den Kaufpreis von 300.000 € überweisen dürfen.

An Interessenten mangelt es anscheinend nicht. Allein die Vorstellung, dass jemand all dies über sich ergehen lässt und dann weder einen LaFerrari noch einen Porsche 918 Spyder, sondern ein "Supercar" der Marke Ford zu besitzt, ist aber äußerst erheiternd.

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