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Halbseitenansicht einer Dodge Viper ACR.
Halbseitenansicht einer Dodge Viper ACR.
Viper ACR: Das brachiale Geheimnis des Hypercar-Killers
Halbseitenansicht einer Dodge Viper ACR.
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Viper ACR: Das brachiale Geheimnis des Hypercar-Killers

Porsche 918 Sypder & Co. sind millionenteure High-Tech-Waffen. Ein echter "Billig-Ami" macht sie aber trotzdem nass.

„Entscheidend is auf’m Platz“. Diese alte Weisheit gilt nicht nur auf dem Fußballfeld. Auch im Motorsport zählt nicht, was auf dem Papier steht – sondern was auf der Strecke passiert. Und gerade auf dem Asphalt, der oft die Welt bedeutet, hat das Highspeed-Reptil aus dem Hause Dodge oft deutlich die Nase vorn.

Ddoge Viper ACR: In der "grünen Hölle" zu Hause

Auf ganzen 13 Rennstrecken hält die Dodge Viper ACR den Streckenrekord – eine konkurrenzlose Marke für einen Serienwagen. An der Heimatfront ist die Dominanz der Muscle-Car-Legende ohnehin fast absolut. Laguna Seca, Road Atlanta, Virginia International Raceway – sie alle werden von der Viper dominiert, die damit unter anderem den nahezu unschlagbaren Porsche 918 Spyder auf die Plätze verweist. Auf der ruhmreichen Nordschleife des Nürburgrings reicht es immerhin noch für einen mehr als achtbaren siebten Platz.

Frontansicht einer Dodge Viper ACR.

Besonders beeindruckend sind diese Rekorde, wenn man die nackten Zahlen betrachtet. Revdata.com weiß recht eindeutiges zu berichten:

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Um stattliche 242 Pferdestärken liegt Porsches Aushängeschild in Front. Eine noch stattlichere Lücke klafft allerdings beim Neupreis: eine Hand voll Dollar mehr – genauer gesagt ganze 728.000 – muss der Käufer für den Zuffenhausener Premium-Boliden auf den Tisch legen. 

Halbseitenansicht einer Dodge Viper ACR.

 

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Die Dodge Viper ist ein echter Underdog

Also ein Vergleich, der eigentlich keiner ist. Aber kommen wir doch noch einmal zum Fußball zurück: auch dort gelingt es Underdogs immer wieder, haushohe Favoriten ordentlich zu ärgern – und das meist mit einem Bruchteil der Ressourcen. Das bestes Beispiel ist hier wohl Leicester City, das mit schierer Willenskraft selbst Millionen-Teams wie Manchester City auf die Plätze verwies und es so zum amtierenden englsichen Fußballmeister geschafft hat.

Frontansicht Dodge Viper ACR auf der New York Auto Show 2016.

Tatsächlich mutet die Viper neben den filigranen Hypercars der Holy Trinity eher wie ein derber Knüppel an. Während die hochgezüchteten Hybriden nämlich einen Supercomputer an Bord haben müssen, um die massenhaft verbaute High-End-Technik zu managen, punktet der „American Club Racer“ mit robuster Handarbeit. „Unverwüstlicher Grip durch massiven Anpressdruck“, lautet die handfeste Devise der Detroiter Boliden-Manufaktur. Erreicht wird dieses stattliche Kampfgewicht durch wuchtige Carbon-Bauteile - der Heckflügel in Tragflächengröße zeigt auf den ersten Blick, wohin die Reise geht. Das senkt zwar leicht den Topspeed – 285 statt 322 km/h – sorgt aber dafür, dass die Viper wie ein tonnenschweres Dampfschiff in der Kurve liegt – und so gerade auf Rundkursen selbst dem Spyder Paroli bietet. 

Halbseitenansicht einer Dodge Viper ACR.

Das Geheimnis der Dodge Viper ACR: Brachialer Anpressdruck!

Ihre Rundenrekorde markiert die Viper also mit handfestem Purismus. Geraden sind allerdings weniger die Stärke der rasanten Giftschlange – hier wird die Anpresskraft von nahezu einer Tonne vom Segen zum Fluch. Allerdings lässt sich der Antrieb auch durchaus noch „etwas“ nachrüsten: mit einem Stage-2-Kit werden aus den 654 PS in der „Basis“-Version mal eben satte 800 – nur echte Draufgänger werden hier zugreifen.

Nahansicht einer Dodge Viper ACR.

Wer die Viper unter Kontrolle haben will, sollte nämlich durchaus wissen, was er tut: ein Automatik-Getriebe ist im puristischen Konzept nicht vorgesehen. In dieser brachialen Klasse von Hand zu schalten, will allerdings erst einmal gelernt sein. 

Bang for the Buck

So bleibt das Muscle Car vor allem ein markantes Statement, dass Wumms auch für verhältnismäßig kleines Geld erhältlich sein kann, Rennstrecken-Romantik inklusive. Die schwere Zugänglichkeit ist wohl als Teil ihres rohen Charmes schlicht zu akzeptieren. Außerdem: die Viper kostet rund 111.000 Euro und kann ein millionenschweres Hypercar mächtig in Verlegenheit bringen. Wer will sich da schon ernsthaft beschweren?

 

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