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Symbol eines Autos mit Steckdose auf dem Asphalt einer Straße
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Wie steht es um die Elektromobilität in Deutschland?
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Wie steht es um die Elektromobilität in Deutschland?

Der aktuelle Forschungsbericht 2014 der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) wurde vor wenigen Tagen der Kanzlerin überreicht. Er gibt ein umfangreiches Bild über das Thema Elektromobilität am Technologiestandort Deutschland.

Vier Jahre, von 2010 bis 2014, hat die Marktvorbereitungsphase gedauert, die nun die kommenden zwei Jahre bis 2017 in die „Phase des Markthochlaufs“ übergeht. Für diese Phase legt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ein Maßnahmenpaket und einen Fahrplan vor, auf welche Weise die Ziele bis 2020 erreicht werden können.

Deutschland in Sachen Elektromobilität nur Platz 7

Laut Bericht befindet sich Deutschland auf einem guten Weg, das Thema Elektromobilität in Deutschland weiter voranzubringen. Mit aktuell 17 Elektrofahrzeugmodellen deutscher Hersteller und 12 weiteren geplanten neuen Modellen für 2015, ist eine breite Angebotspalette vorhanden. Trotzdem belegt Deutschland, laut einer Analyse des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, auf dem weltweiten Leitmarkt nur Platz sieben hinter den USA, Japan, China, Frankreich, Holland und Norwegen.

Grundstein für weitere notwendige Investitionen gelegt

Um diesen Vorsprung aufzuholen sind weitere Investitionen notwendig. Die NPE prognostiziert dafür ein Gesamtprojektvolumen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bis zum Abschluss der Markthochlaufphase Ende 2017. Geplant waren bis Ende der Marktvorbereitung 2014 insgesamt 100.000 zugelassene Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, was aber nicht erreicht wurde. Trotzdem sei mit dem aktuellen Stand (24.000 zugelassene Elektrofahrzeuge, 4.800 AC-Ladepunkte an etwa 2.400 Standorten und rund 100 Schnellladepunkte) die Grundlage für den Markthochlauf in Deutschland gelegt.      

Tabelle zur Elektromobilität

Was steht in den kommenden zwei Jahren an?

Es wird viel Einsatz auf Seiten der Marktakteure nötig sein, um das nächste Ziel der geplanten 500.000 zugelassenen Elektrofahrzeuge bis 2017 zu erreichen. In den kommenden zwei Jahren stehen daher folgende Themenschwerpunkte an:  

  • Marktaufbau bei Elektrofahrzeugen 
  • Unterstützende Rahmenbedingungen
  • Bedarfsgerechter, anwendungsorientierter und koordinierter Aufbau der Ladeinfrastruktur
  • Forschung und Entwicklung auf Basis der systemischen Roadmap und Technologie-Roadmaps

Potential versprechen die Bereiche gewerblicher Flotten und Dienstwagen, die zusammen rund 60 Prozent des Neuwagenmarktes ausmachen. Nach Auffassung der NPE, bietet sich die Einführung einer Sonder-AfA für gewerbliche Nutzer von Elektrofahrzeugen als Förderinstrument an. Ferner müssen in den nächsten Jahren die Gesetzespakete zur Förderung der Elektromobilität zügiger umgesetzt werden. Auch Partnerschaften zum Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur sind gefragt. Je nach Entwicklung des Markthochlaufs kämen bspw. KfW-Kredite für Elektrofahrzeuge in Frage, sowie eine Anpassung der Fahrzeugbesteuerung. 

Batterieproduktion als Schlüsselkomponente von Elektrofahrzeugen

Experten sind sich einig, dass die Batterieproduktion in Deutschland als wichtige Schlüsselkomponente von Elektrofahrzeugen weiter ausgebaut werden muss. Wettbewerbsfähigkeit in der Batteriezellfertigung ist erst für die Zellgeneration 3 und künftigen 4 gegeben. Da es aktuell eine Überkapazität von Zellen der Generation 2 am Markt gibt, wird von einer weiteren Investition in Produktionsanlagen dieses Typs abgeraten. Die zweite Phase auf dem Weg zur Elektromobilitätsnation ist quasi mit einer Gesetzesneuerung am 24. September 2014 eingeleitet worden. Kommunen können ab jetzt selbst entscheiden, in welcher Form sie Elektrofahrzeuge in Ihrem Zuständigkeitsbereich fördern möchten. In den kommenden zwei Jahren wird die NPE die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland verfolgen und begleiten, wobei auch die Umsetzung der Empfehlungen überprüft wird. Ziel ist es, bis 2020 zum internationalen Leitmarkt und Leitanbieter zu gehören.

Quelle:

www.bmwi.de

 

 

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