Driven! Autowelt
Fitness-Coach Karl Ess sitzt auf der Motorhaube eines Tesla p85d.
Fitness-Coach Karl Ess sitzt auf der Motorhaube eines Tesla p85d.
YouTube-Star & Online-Coach Karl Ess: Tesla statt Rari!
Fitness-Coach Karl Ess sitzt auf der Motorhaube eines Tesla p85d.
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YouTube-Star & Online-Coach Karl Ess: Tesla statt Rari!

Der vegane Kraftsportler ist unterwegs zu mehr Nachhaltigkeit: Karl Ess testet im DRIVEN!-Interview seinen zukünftigen Ferrari-Ersatz.

Karl Ess lebte auf der Überholspur: In 4 Jahren wurde er zu Deutschlands bekanntestem Fitness-Coach – und dabei wohl auch zu Deutschlands bekanntesten Ferrari-Besitzer. Doch der „Rari“, der in vielen seiner damaligen YouTube-Videos zu sehen war, ist mittlerweile Vergangenheit. Denn der Blick ist auf die Zukunft gerichtet und da steht bei Karl Ess nicht mehr Ferrari, sondern Tesla als ideologisches Statement im absoluten Fokus.

In der Trainingsphilosophie, die Karl Ess vertritt, war der F12 auch schon immer ein Fremdkörper. Vegan, gesund, nachhaltig und diszipliniert: Das sind die Grundpfeiler des Fitnessprogramms, das er kreiert hat. Wie passt das zu einem Monster mit 740PS, 340 km/h Topspeed und 15 Litern Normverbrauch?

Dieser innere Konflikt macht ihn zum perfekten Testfahrer für das einzige Auto, das ihn erlösen könnte: Der Tesla P85D – denn 700 PS gab es nie klimafreundlicher.

DRIVEN!: Bekannt geworden bist Du über Deinen „Fitness-Channel“ auf YouTube. Siehst Du Dich als Bodybuilder?

Karl Ess: Das Wort ist so eine Sache … . Aber grundsätzlich bedeutet „Bodybuilding“, dass man seinen Körper aufbaut – und das tue ich natürlich. Insofern passt es. Aber ich gehe nicht auf die Bühne.

Ein Ferrari F12 beim Burnout.
Der Ferrari F12, liebevoll "Rari" genannt: Karls "Ex" wurde dem Veganer irgendwann zu durstig.

DRIVEN!: Das bedeutet, Du bestreitest keine Wettkämpfe?

Karl Ess: Nein, klassische Bodybuilding Wettkämpfe mache ich nicht. Aber Ende März bestreite ich meinen ersten Power-Lifting-Wettbewerb. Insofern bin ich momentan also eher Gewichtheber als Bodybuilder.

Allerdings probiere ich auch viel aus. Eine Zeit lang ging ich tatsächlich in Richtung Bodybuilding, dann war ich auch mal eher in Sachen Crossfit unterwegs – und jetzt eben Powerlifting.

DRIVEN!: Was war Dein allererstes Auto?

Karl Ess: Ein BMW M6! Ich habe mir damals gesagt: entweder ein gescheites Auto, oder ich bleibe Fußgänger. Dann bin ich zum BMW-Händler gegangen und habe gesagt: „Ich hätte gerne das M6 Cabrio“. Dann hat er mich gefragt, womit ich denn zurzeit so fahre. Da habe ich geantwortet: „Fahrrad und S-Bahn“. 

Ich stelle mir mein Leben oft als Buch vor – und wenn ich dann 80 Jahre alt bin und mit meinen Enkeln vor dem Kaminfeuer sitze, dann möchte ich ihnen auch was erzählen können.

DRIVEN!: Bis vor einigen Monaten bist Du ja noch F12 gefahren. Ist das der schnellste Ferrari?

Karl Ess: Es gibt da natürlich noch den LaFerrari – aber aus der „Massenproduktion“ ist der F12 schon das aggressivste Modell.

DRIVEN!: Und Du hast Dich ja auch gründlich auf diesen Tesla-Test vorbereitet.

Karl Ess: Ja! Ich fahre z.B. auch gerne die Sportwagen meiner Freunde Probe. Deswegen saß ich in letzter Zeit unter anderem im Aston Martin Vanquish V12, dem Mercedes SLS AMG und im Lamborghini Aventador. Von daher habe ich ganz gute Vergleiche.

Die Beschleunigung ist hier auf jeden Fall schon mal der Killer – und wir haben den Insane Mode noch gar nicht aktiviert. Dabei sitzt man natürlich deutlich weicher und wesentlich bequemer als in den Sportwagen, die ich genannt habe. Man hat wirklich viel Platz.

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Talk im Tesla: Karl Ess mit DRIVEN!-Redakteur Christoph Eichholz.

DRIVEN!: Warst Du auch schon auf der Rennstrecke unterwegs?

Karl Ess: Ja.  

Nürburgring Nordschleife?

Karl Ess: Nein, ich war damals in Marbella, aber das war noch bevor ich selber solche Autos hatte. Da durfte ich ein paar Autos Probe fahren. Mit dem eigenen Wagen noch nicht. Ich wurde schon öfters eingeladen, aber zeitlich hat es noch nie geklappt.

„Eingeölt im Männertang auf der Bühne stehen  das ist einfach nichts für mich.“

DRIVEN!: Stichwort Anabolika: Kann man ohne überhaupt Bodybuilding-Wettkämpfe bestreiten – oder ist das so wie bei der Tour de France, wo am Ende jeder dopt?

Karl Ess: So ist es. Und das ist auch einer der Gründe, warum ich keine Bodybuilding-Wettkämpfe bestreite.

Um wirklich konkurrenzfähig zu sein, muss man das ursprünglich Ziel, die Gesundheit und das „fit“ sein, eigentlich völlig über Bord werfen. Selbst ohne Doping gibt es da Sachen wie das „Entwässern“, was auch überhaupt nicht gesund ist.

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Top in Form: Karl Ess geht eigene Wege, abseits des klassischen Bodybuildings.

Der zweite Grund ist: Eingeölt im Männertanga auf der Bühne stehen  das ist einfach nichts für mich. Der dritte Grund: ich bin genetisch einfach nicht so gut veranlagt, da bin ich auch ehrlich zu mir selbst.

DRIVEN!: Die Gene kann man also nicht durch Training „wettmachen“?

Karl Ess: Es spielen da verschiedene Sachen eine Rolle, wie z.B. die Knochenstruktur an den Schultern und den Hüften. Und das ist dann wie beim Basketball: wenn Du 1,60 m groß bist, dann ist die NBA unerreichbar.

Deswegen überlasse ich „die Bühne“ anderen Leuten.

Insane Mode? „Der beißt richtig rein!“

DRIVEN!: Zeit für ein Zwischenfazit – wie schlägt sich der Tesla?

Karl Ess: Ich war neulich in L.A. – da fährt, gefühlt, jeder Fünfte so ein Auto. Das hat mich natürlich neugierig gemacht. Das erste, was einem auffällt, ist die Totenstille. Selbst bei Vollgas klingt er höchstens wie ein Laptop-Lüfter. 

DRIVEN!: Vom peinlichen Schweigen mal abgesehen, wie war der Insane-Mode?

Karl Ess: Vor allem die Beschleunigung von 0 auf 50 km/h ist der absolute Wahnsinn! Es gibt keinerlei Verzögerungszeit. Man kennt das ja, wenn man bei einem Diesel oder Benziner aufs Gas drückt, dann dauert es einen ganz kleinen Moment, bis die Leistung kommt. Das Gleiche passiert, wenn man die Gänge wechselt.

Das alles gibt es hier nicht. Der legt sofort und komplett los, man wird in den Sitz gedrückt und spürt den Druck regelrecht auf der Lunge. Es ist absolut krass.

Und der Gripp überzeugt: Obwohl es draußen Null Grad hat und die Straße sogar ein bisschen feucht ist, bekommt man die Reifen nie zum Durchdrehen, egal, was man macht. Der beißt richtig rein!

Die AIL Leasing München versorgt DRIVEN! mit grüner Tesla-Power – so auch hier.

 

Weiter mit Teil II des exklusiven Karl-Ess-Interviews: