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Detailaufnahme des "Telsa"-Emblems auf dem Lenkrad eines Tesla-Roadsters.
Detailaufnahme des "Telsa"-Emblems auf dem Lenkrad eines Tesla-Roadsters.
Tesla: Nach der Show ist vor den Zahlen!
Detailaufnahme des "Telsa"-Emblems auf dem Lenkrad eines Tesla-Roadsters.
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Tesla: Nach der Show ist vor den Zahlen!

Zuletzt war das Elektromobilitäts-Unternehmen meist in Feierlaune. Doch nun muss man Zahlen vorlegen – und die sehen eher durchwachsen aus.

Die letzten Wochen waren eine Art Triumphzug für Tesla: Während sich VW und alle anderen „konventionellen“ Autobauer bis auf die Knochen blamierte, wurde Tesla-Chef Musk auf seiner Europatournee ordentlich gefeiert und konnte anschließend auch noch das neue Model X in einer Art Mega-Show präsentieren.

Nach diesen emotionalen Höhenflug sind nun allerdings nüchterne Zahlen an der Reihe. Im Gegensatz zu anderen Autobauern veröffentlicht Tesla seine Absätze aber nicht im Monatstakt sondern nur quartalsweise – entsprechend höher verläuft denn auch der Spannungsbogen.  

Nur 6 Model X ausgeliefert

Im nun gerade abgelaufenen dritten Quartal 2015 haben die Kalifornier ca. 11,580 Autos verkauft. Dabei handelt es sich aber noch um vorläufige Zahlen. Die endgültigen Ergebnisse, die in den nächsten Tagen nachgereicht werden sollen, könnten davon nochmal um 1% abweichen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Dabei zählt Tesla nur ausgelieferte Fahrzeuge, daher handelt es sich dabei wohl fast ausschließlich um das Model S. Vom brandneuen Model X wurden vom Marktstart am 29. bis zum Stichtag am 30. September laut Los Angeles Times nämlich gerade man 6 Stück ausgehändigt. Das allererste davon ging auch noch an Herrn Musk persönlich – und fällt so wohl auch aus der Statistik.

Stagnation in 2015

Aber was sagen die Zahlen nun aus? Zum einen hätte Tesla nur ca. 70 Autos mehr verkauft als im vorausgegangenen Quartal – und auch dieser Minizuwachs steht im Zweifel ja noch unter dem „1%-Vorbehalt“. Im Vergleich zum Vorjahr wäre der Zuwachs mit ca. 49% (QIII 2014: 7,785) aber immer noch gigantisch.

Allerdings will Tesla bis Ende des Jahres 2015 aber mindestens 50.000 Autos verkaufen. Nach neun Monaten steht man nun aber erst bei 33.117 (QI: 10.030, QII 11.507, QIII: 11580) – knapp 17.000 fehlen also noch für das Minimalziel. Die müssten nun allesamt im vierten Quartal über die Ladentheke – und das wären wiederum fast eineinhalb Mal so viele wie in den vorherigen Quartalen.  

Das Problem liegt in der Fertigung

Allerdings hat die Konkurrenz – namentlich VW – nun wirklich alles getan, um Tesla bei diesem ambitionierten Endspurt zu unterstützen. Und dank der Euphorie um das Model X könnte man die Zielmarke eigentlich auch spielend erreichen: ca. 30.000 Vorbestellungen sollen vorliegen. Nun muss man aber noch die Auslieferungsgeschwindigkeit hochschrauben, denn die erwähnten 6 Autos am Tag reichen sicher nicht. 

 

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