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Teil II DRIVEN!-Interview mit Karl Ess: "Das ist ja abartig!"
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Teil II DRIVEN!-Interview mit Karl Ess: "Das ist ja abartig!"

In Teil II spricht Karl Ess Klartext über Anabolika und die Bodybuilder-Psyche. Und er zieht den ultimativen Vergleich: Rari gegen Tesla!

„Es ist einfach „too much“ geworden“

DRIVEN!: Zurück zum Bodybuilding: Viele sagen, die Zeit von Arnold Schwarzenegger und Co. war das „Golden Age of Bodybuilding“. Da schwingt immer mit, dass die heutigen Athleten einfach zu krass aussehen.

Karl Ess: Heute kann sich der Mainstream nicht mehr damit identifizieren. Es ist einfach „too much“ geworden. Du würdest Dir die Profis heute nicht mehr anschauen und sagen: „Wow, so möchte ich auch aussehen“, sondern du würdest denken: „das ist ja abartig“.

DRIVEN!: Sind die Anabolika einfach zu gut geworden?

Karl Ess: Ja. Ich glaube es liegt hauptsächlich daran. Am Training und an der Ernährung hat sich eigentlich nicht so viel geändert oder verbessert.

Aber es sind Sachen dazu gekommen wie Insulin, Wachstumshormone, Designersteroide – deswegen ist es mehr ein Chemie-Wettkampf als ein Trainings-Wettkampf. Das finde ich sehr schade.

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Bodybuilding: oft ein Chemie-Wettkampf.

DRIVEN!: Und am Ende entscheidet da ja eine Jury

Karl Ess: Genau. Das macht die Sache ja sehr subjektiv. Beim Gewichtheben ist die Sache dagegen klar: Entweder Du bekommst das Gewicht hoch – oder eben nicht. Deswegen ist das Bodybuilding auch eher eine Beautyshow.

„Es ist wie das Gegenstück zur Magersucht“

DRIVEN!: Das Ziel von Bodybuilding ist eigentlich, besser auszusehen. Ist es nicht seltsam, dass dabei dann etwas herauskommt, das überhaupt nicht schön ist?

Karl Ess: Das fängt aber auch schon unterhalb der Profis an: Wenn man in die Sache reinkommt, dann verändert sich die Eigenwahrnehmung. Es gibt Bodybuilder, die haben doppelt so kräftige Oberarme wie ich.

Aber dann ziehen sie sich am Strand trotzdem noch einen langärmeligen Pulli über, weil sie Angst haben, dass sie zu mickrig aussehen. Es ist wie das Gegenstück zur Magersucht. Magersüchtige, die kurz vorm verhungern sind, schauen sich ja auch im Spiegel an und denken, sie sind zu dick. Und genauso ist es auch bei diesen Bodybuildern: sie sind brutal massiv, schauen in den Spiegel und kommen sich zu dünn vor. Das ist wirklich heftig.

DRIVEN!: Bodybuilding kann also auch zu einer Gefahr für die Psyche werden?

Karl Ess: Ja! Das ist ganz sicher so.

Karl hat Recht: aus dem Stand ist der Tesla tatsächlich schneller als sein ehemaliger "Rari".

 

„… wirklich brutaler Wahnsinn“

DRIVEN!: Der Ferrari ist Vergangenheit. Nun die Fragen aller Fragen: Kann der Tesla ihn ersetzen?

Karl Ess: Bei der Beschleunigung sehe ich da eigentlich 3 Etappen: von 0 auf 50 – das ist wirklich brutaler Wahnsinn. Ich habe sogar das Gefühl, bis 50 ist es das Krasseste, was ich bisher erlebt habe. Und ich bin da, wie gesagt, einiges gewohnt.

Von 50 auf 100 km/h sind sie dann ziemlich gleichwertig. Jetzt fahre ich mit 150 km/h auf der Autobahn – und ich höre vom Auto überhaupt nichts, das ist schon abgefahren.

Der Tesla macht dann bei 250 ja leider schon Schluss.

DRIVEN!: Wie schnell war Dein F12? 340 km/h?

Karl Ess: Ich bin damit auch schon schneller gefahren. Wenn die Bedingungen günstig sind, marschiert der F12 da noch ein bisschen …

Der Tesla beschleunigt auf der Autobahn eher wie eine Limousine mit ca. 300 oder vielleicht 400 PS. Ein Panamera Diesel fällt mir da als passender Vergleich ein. Das ist natürlich immer noch eine solide Topleistung – aber bei 130 zieht so ein Ferrari schon ganz anders weg und er presst Dich auch bei 200km/h nochmal in den Sitz.

 

DRIVEN!: Was hälst Du von Straßenlage und Co.?

Karl Ess: Bei den Fahreigenschaften ist die Lenkung sehr angenehm – und sie wird bei höheren Geschwindigkeiten sogar „steifer“, was sehr sinnvoll ist.

Die Bremsen sind gut und direkt, aber ich habe vorhin ja mal eine kleine Vollbremsung probiert – da haut ein reinrassiger Sportwagen natürlich noch einmal ganz anders rein. Beim „Rari“ bekommt man da eine blutige Nase, wenn man nicht aufpasst. Das ist dann wie wenn man gegen eine Mauer fährt. Aber dafür ist der Tesla dann doch zu sehr Limousine.

Bei der Straßenlage fühlt er dagegen tatsächlich ein bisschen an, wie ein Auto mit Mittelmotor. Das liegt wohl daran, dass die schweren Akkus ganz unten verbaut sind, dadurch liegt der Schwerpunkt sehr tief. Der Wenderadius ist auch angenehm klein für so ein „Schiff“.

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Wirklich schön: Der Ferrari F12 hinterlässt eine Lücke in Karls Leben. Kann der Tesla sie füllen?

Weiter mit Teil III des Karl Ess Interviews: