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Collage aus den Bildern des Solar-Tuk-Tuks "Tejas" und einer Karte mit der Route von Bangalore nach London, die es zurücklegen soll.
Collage aus den Bildern des Solar-Tuk-Tuks "Tejas" und einer Karte mit der Route von Bangalore nach London, die es zurücklegen soll.
Summ-Summ statt Tuk-Tuk?
Collage aus den Bildern des Solar-Tuk-Tuks "Tejas" und einer Karte mit der Route von Bangalore nach London, die es zurücklegen soll.
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Summ-Summ statt Tuk-Tuk?

Mit einem Solar-Tuk-Tuk 10.000 km von Bangalore nach London: da ist sicher Zeit, sich einen neuen Namen für das Gefährt zu überlegen.

Denkt man an Tuk-Tuks in Indien, riecht man sofort Kerosin und hört den knatternden Lärm, der diesen abenteuerlichen Dreirädern auch ihren klangvollen Namen gegeben hat. Dieses Image wollen ein Inder und ein Österreicher jetzt ändern und fahren zu diesem Zweck mit einem solarbetriebenen Tuk-Tuk von Bangalore nach London.

Auf einer 100-tägigen Reise soll das „Solar Tuk-Tuk“ als ein Beispiel für fossilfreies Fahren über Stock und Stein zwischen zwei Kontinenten fahren. Die Route führt von Bangalore über Mumbai. Von Mumbai aus mit dem Schiff nach Iran, es folgen die Türkei, Bulgarien, Serbien und Ungarn. Dort schließlich geht es über die österreichische Grenze nach Graz, Wien und Salzburg weiter nach Deutschland, Frankreich bis schließlich nach Großbritannien. Dabei ist der Weg auch das Ziel, denn die Beiden wollen an jedem Stopp den Menschen ihre Mission vermitteln: „Auf dem Weg wollen wir Workshops geben und unser Projekt bekanntmachen“, sagt dazu Raoul Kopacka. „Die Route ist so abgesteckt, dass wir Messen, Autorennen und andere Veranstaltungen auf dem Weg besuchen können.“

Die technischen Daten bei dieser Reise können sich durchaus sehen lassen: Die Batterie ist innerhalb von acht Stunden vollständig aufgeladen. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h beträgt die Reichweite 80 Kilometer. Da die Solarzellen während der Fahrt voll arbeiten, können 105 Kilometer am Tag zurückgelegt werden.

Die Beiden wollen allen zeigen, dass man auch ohne viel Kapital oder besondere Werkzeuge etwas unternehmen können, um die Elektromobilität voranzutreiben.

Tuk-Tuks sind allein in Indien ein 10 Milliarden Dollar Markt

Die solarbetriebenen Tuk-Tuks haben durchaus Zukunftschancen: „Mittelfristig könnten solarbetriebene Tuk-Tuks wirklich eine Alternative zu den klassischen Modellen sein.“ Das Hauptargument in ärmeren Ländern ist gegeben: Sie sind billiger: „Der durchschnittliche Tuk-Tuk-Fahrer in Indien gibt pro 100 Kilometer 250 Rupien für Diesel aus. Das Tuk-Tuk von Naveen schluckt durch die Batterien nur ein Fünftel davon.“ Somit wäre solch ein Tuk-Tuk eine Investition, die sich demnach schnell lohnen würde.

Das einzige, was für das Tuk-Tuk dabei auf dem Spiel steht, ist wohl der lautmalerische Name: Von Peking bis Nairobi nennt man sie so. In der EU müssten sie hingegen auch weiterhin "Tuk-Tuk" machen - eine EU Richtlinie verpflichtet Elektroautos bald zu Motorengeräuschen vom Band.

Die lange Reise soll zwischen März und Mai losgehen, das soll überBudget über crowdfunding zusammen kommen. Hier kann gespendet werden.

 

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