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Frontansicht eines Rimac Concept_One
Frontansicht eines Rimac Concept_One
Rimac Concept One: Das Strom-Geschoss aus Kroatien
Frontansicht eines Rimac Concept_One
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Rimac Concept One: Das Strom-Geschoss aus Kroatien

Er verspricht eine traumhafte Beschleunigung und außerirdische 1088 PS - wohlgemerkt vollelektrisch! Was ist dran am Concept_One?

Nein, ein gemächlicher Öko-Stromer ist der Rimac Concept One definitiv nicht: 2,8 Sekunden benötigt der Concept_One, um von 0 auf 100 zu beschleunigen und erreicht in der Spitze 305 km/h. Das kroatische Hypercar passt also in dieselbe Sparte, spielt aber mit seinen 1088 PS fraglos in seiner ganz eigenen Liga.  – was inzwischen auch "amtlich" bestätigt ist: Schließlich versägte der Concept One beim Drag-Race erst kürzlich mit Leichtigkeit den Ferrari LaFerrari. Und der ist ja immerhin der schnellste Bolide, den die legendäre Sportwagen-Schmiede aus Maranello jemals gebaut hat. 

Detailansicht eines Vorderreifens des Rimac Conept_One Supersportwagens.

Der Rimac Concept One: Eine Klasse für sich?

Dabei wäre bei 300 Sachen eigentlich noch nicht mal Schluss. Laut Mate Rimac, seines Zeichens Firmengründer und Chefingenieur in Personalunion, muss bei dieser Geschwindigkeit einfach abgeriegelt werden – zur Sicherheit des Fahrers. Ohne diese Vernunft-Bremse wären bis zu 355 Sachen möglich. Damit muss der Concept_One keinen Vergleich mit der Konkurrenz scheuen. Die 1.000 PS-Marke erreichen inzwischen zwar einige, nicht zuletzt der Ferrari LaFerrari oder der Koenigsegg Regera, allerdings handelt es sich dabei um Hybridfahrzeuge. Deren Leistung sützt sich hauptsächlich auf klassische Verbrennungsmotoren - der Elektroantrieb ist nur unterstützender Juniorpartner.

Heckansicht des Elektrosupersportwagens Rimac Concept_One.
Stimmungsvolle Aufnahme eines Elektrosupersportwagens (Rimac Concept_One)

eMobility: die bessere Entscheidung

Vor allem die etablierten Autobauer missbrauchen die Elektromobilität oftmals als Feigenblatt, das ihre meist aus traditionellen Verbrennern bestehende Produktlinie etwas „grüner“ aussehen lassen soll. Für Mate Rimac ist "Elektro" hingegen schlicht die optimale Lösung für einen Sportwagen. Grund dafür ist ein Schlüsselerlebnis aus seiner Jugend: als ihm der Motor seines BMW 323i (E30) bei einem waghalsigen Drift abrauchte, stattete er den Wagen kurzerhand mit einem Elektroantrieb aus. Das war der Startschuss seiner bemerkenswerten Kariere als Superauto-Konstrukteur, denn nach einigen Verbesserungen war sein BMW-Hybrid alsbald in der Lage, einen Tesla beim Straßenrennen von der Strecke zu fegen. Der Erfolg des kroatischen Garagen-Bastlers blieb nicht lange unbemerkt. Schließlich weckte er das Interesse der Königsfamilie Abu Dhabis, die kurzerhand zwei Autos bei ihm bestellte. Grund genug für Rimac, ein Blatt Papier zur Hand zu nehmen und sich an die Arbeit zu machen: die Geburtsstunde des Concept_One.

Seitansicht des Elektrosportwagens Rimac Concept_One.

Und schon mit seinem ersten Stromer unterstreicht er eindrucksvoll den Machtanspruch der Elektromobilität: Beim Concept_One wird jedes Rad von einer unabhängigen Motor-Getriebe-Einheit angetrieben. Das sorgt nicht nur für ein herausragendes Handling, sondern auch für rekordverdächtige Beschleunigungswerte. Wenn es nach Mate Rimac geht, hat das 21. Jahrhundert für das elektrische Hypercar gerade erst begonnen.

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Ansicht eines Elektromotors aus dem Elektrosupersportwagen Rimac Concept_One.

Neun Mal Nordschleife – oder mehr?

Mit einem Fassungsvermögen von 82 Kilowattstunden ist die Batterie des Concept_One darauf getrimmt, das bisherige Hauptproblem von reinen Stromern anzugehen, nämlich die Reichweite. Laut Hersteller schafft man im normalen „Driving Mode“ beachtliche 600 Kilometer. Im naturgemäß anspruchsvolleren „Race Mode“ reicht es immerhin für mindestens neun Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings, was einer Reichweite von bis zu 180 Kilometern entspricht. Durchaus beeindruckende Zahlen.

Nicht ganz umsonst ist Rimac Automobili auch ein ernsthafter Kandidat, neuer Batterie-Ausrüster der Formel E zu werden. Dort wird der Concept_One übrigens aktuell schon von der Rennleitung für Streckeninspektionen genutzt. Auch auf ganz anderen Gebieten wird die innovative Zellen-Technologie inzwischen erprobt, zum Beispiel in einer Schwebebahn oder einem elektrischen Rollstuhl.

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Design: für anspruchsvolle Minimalisten

Äußerlich kommt der Concept_One, im Gegensatz zu seinen protzigen Mitbewerbern, erst einmal mit reichlich Understatement daher und weckt mit seiner definierten Linienführung eher Erinnerungen an die sportliche Eleganz des klassischen Ford GT 40. Auf die sonst, schon wegen des „Wow-Effekts“, so unvermeidlichen Flügel- bzw. Scherentüren wird ebenfalls verzichtet.

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Alles in allem wirkt der Rimac wie ein amerikanisches Muscle-Car aus den 1980ern: flach, breit, eine niedrige Windschutzscheibe und eine unendlich lange Motorhaube. Wer nichts vom E-Motor weiß, würde hierin zunächst einen klassischen V8 vermuten.

Damit vereint der Rimac die schönsten Formen, die die „Proll-Bewegung“ je hervorgebracht hat, mit einem der richtungsweisenden Antriebs- und Batteriesysteme unserer Zeit.   

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Identität und Wiedererkennungswert sind aber Rimacs erstes Ziel. Das Design ist ein Statement: der Concept_One spielt in seiner eigenen Liga! Als Werkstoff für Karosserie und Bauteile kommt natürlich fast ausschließlich Carbon zum Einsatz. Das reduziert das Gewicht auf ein Minimum und unterstreicht so nochmals den Anspruch des Kroaten auf den Stromer-Thron.

Auch bei der Fertigung der Einzelteile geht man ganz bewusst eigene Wege. Beispielsweise werden die Räder und Pedale nicht wie sonst üblich aus einer Form gegossen, sondern im Ganzen aus einem Aluminiumblocken heraus geschnitten. Das ist zwar kostspieliger, erlaubt aber auch, das Design je nach Bedarf schnell anzupassen. Bekannt ist diese Methode sonst nur aus der Formel Eins – und der Raumfahrt.

Lenkrad eines Rimac Concept_One Supersportwagens.
Detailansicht des Displays aus dem Elektro-Hypercar Rimac Concept_One.

Spiegel war gestern

Die inneren Werte des Concept_One erschließen sich erst auf den zweiten Blick. Neben den edlen Lederverkleidungen fällt sofort ein großer Touchscreen auf, der als „Schaltzentrale“ für alle relevanten Einstellungen dient. Diesen Ansatz kennt man bereits aus dem Tesla Model S. Neu ist allerdings der völlige Verzicht auf eine Heckscheibe und sämtliche Spiegel. Sieben Kameras und entsprechende Bildschirme sorgen allerdings dafür, dass man trotzdem jederzeit informiert ist, was im eigenen Windschatten so vor sich geht. Ansonsten ist fast alles im Cockpit handgefertigt und „Made in Croatia“. Eine ganz bewusste Entscheidung: Rimac möchte jungen Kroaten beweisen, dass man nicht unbedingt auswandern muss, um etwas Bemerkenswertes zu schaffen.

Ansicht des Innenraums eines Rimac Concept_One Elektro-Supersportwagens.

Der Preis des Concept One: Rimac setzt auf Klasse

Der Presi für einen Concept_One wird derzeit mit rund 740.000 € veranschlagt. Da muss man beim also etwas tiefer in die Tasche greifen. Außerdem sollte man sich beeilen: momentan ist nämlich nur eine sehr limitierte Auflage von acht Modellen geplant. Aber auch wenn die Portokasse den Kaufpreis nicht ganz hergibt, so sprechen die zahlreichen Innovationen der kroatischen Ingenieure dafür, dass bald auch im ein oder anderen "Volks-Stromer" schon bald ein „Stück“ Concept_One stecken könnte. Dann hätte Mate Rimac eines seiner wichtigsten Ziele erreicht.

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