Driven! Autowelt
Bild einer Autofahrt durch einen Tunnel, bei der die hohe Geschwindigkeit die Lichter verzerrt.
Bild einer Autofahrt durch einen Tunnel, bei der die hohe Geschwindigkeit die Lichter verzerrt.
Pulverfass Autoindustrie?
Bild einer Autofahrt durch einen Tunnel, bei der die hohe Geschwindigkeit die Lichter verzerrt.
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Pulverfass Autoindustrie?

In der Automobilindustrie stehen einige Zeichen auf Revolution. Die Elektromobiliät könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Google will bekanntlich schon länger – möglichst selbstfahrende – Autos bauen. Vor Kurzem hat sich nun auch Apple in die Auto-Diskussion katapultiert. Richtig spannend ist diese Debatte aufgrund von mehreren Entwicklungen in den letzten Jahren: Da ist zum einen die Elektromobilität. Hier hat die Firma Tesla gezeigt, dass man auch kurzfristig ins Autogeschäft einsteigen kann. Deutsche Traditionswerke verbreiteten ja unterschwellig gerne den Mythos, dass es schon mindestens hundert Jahre Erfahrung braucht, bis man ein einigermaßen anständiges Gefährt zusammenschrauben kann. Apple und Google sind nun aber genau jene Firmen, die in den letzten 10 Jahren schon einen anderen Markt revolutioniert haben: Mobiltelefone, man erinnere sich, wurden ja einstmals von Marken wie Nokia, Ericsson und Blackberry gebaut.

 

Zumindest Google plant dabei gleich den ganz großen Wurf: Ihr Auto soll nicht nur elektrisch, sondern auch gleich noch autonom fahren. Das gilt, zumindest außerhalb von Autobahnen, aber als recht ambitioniert. Daher erinnern die kugeligen Robotertestwagen, die tapfer durch Kalifornien rollen, auch ein wenig an Richard Branson Weltraumprogramm. Der Fluglinienbesitzer kündigt seit vielen Jahren an, jetzt aber wirklich bald Touristen ins All zu schießen. Und egal ob das jemals gelingt oder nicht: die Ankündigungen alleine sind schon gut fürs Geschäft. Der Richard, der alte Teufelskerl, denkt man da, fliegt uns statt nach Malle schon bald auf den Mond.

 

Ganz konkret drängen Apple und Google aber schon jetzt in den Automarkt – und zwar nicht mit Zukunftsmusik, sondern mit etwas, was man von Ihnen schon länger kennt: Benutzeroberflächen. In den letzten Jahren haben sie mit Apple Car Play und Google Android Auto Betriebssysteme für Autos entwickelt. Das klingt lukrativ, schließlich gibt es eine ganze Menge Autos auf der Welt. Und fast alle großen Automarken wollen auf die eine oder andere Weise mit den beiden kooperieren.

Diese Systeme funktionieren natürlich auch in herkömmlichen Autos. Ein Nebeneffekt, das von Google so geliebte  Datensammeln, geht aber elektrisch sicher noch viel besser, sowohl in technischer als auch in politischer Hinsicht. Denn mit dem Argument der Klimarettung im Rücken hat man Datenschützern sicher mehr entgegenzusetzen – nicht zuletzt deshalb setzt China jetzt auf eMobility.

Es deutet also einiges darauf hin, dass diese für Deutschland so wichtige Branche sich bald radikal verändert – und dabei nebenbei mit Klimawandel und dem Datenschutz zwei sehr brisante Fragen unserer Zeit aneinander geraten.

 

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