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Bild des Sportwagens Mercedes SLS AMG electric drive auf einer Ausstellung.
Bild des Sportwagens Mercedes SLS AMG electric drive auf einer Ausstellung.
Die neue Elektromobilität: Fahrspaß statt Askese!
Bild des Sportwagens Mercedes SLS AMG electric drive auf einer Ausstellung.
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Die neue Elektromobilität: Fahrspaß statt Askese!

Daimler mottet den E-Smart ein und plant stattdessen einen Luxusstromer. Dabei zeigt sich, dass eMobility anders funktioniert als gedacht.

Mitte August verkündete Daimler, dass der aktuelle Smart mit Elektroantrieb eingestellt wird. Die Produktionskosten sollen zu hoch gewesen sein. Es ist zwar ein Nachfolgemodell geplant, das wird aber erst ab Ende 2016 produziert.

Bild eines Displays in einem Hybridauto von Mercedes-Benz.

Anscheinend zielt Daimler in puncto Elektromobilität nun auf ein anderes Preissegment: die sogenannte „Tesla-Klasse“. Der große Erfolg der amerikanischen Luxus-Stromer hat viele überrascht. Zuvor vermutete man den Elektroautomarkt eher im Kleinwagenbereich, da schien der kleine Smart für €20.000 der perfekte Kandidat.

Allerdings hat man sich da wohl verschätzt: Elektroautos werden nicht etwa von Großstädtern gekauft, die was Günstiges und Kompaktes suchen. Es sind eher die Leute mit gehobenen Einkommen und Eigenheim im Grünen. Und bei denen zählen Argumente wie Reichweite, Komfort, Design und Fahrspaß. Und das lassen sie sich dann auch gerne was kosten – einen Tesla bekommt man ab ca. 70.000 Euro.

 

Diese Preisklasse sehen aber vor allem die deutschen Hersteller als ihren natürlichen Lebensraum an. Und da es mit Hinblick auf die neuen EU-Richtlinien zur Flottenemission sowieso sehr geschickt ist, ein paar Elektromodelle im Sortiment zu haben, ist es nur logisch, dass Mercedes, Audi und Co. nun Fahrzeuge der „Tesla-Klasse“ bauen. Und so plant Mercedes einen Stromer, der optisch an die A- oder B-Klasse angelehnt sein könnte, es ist aber auch möglich, dass er größer ausfällt. Auch die  Reichweite soll „teslamäßig“ werden, bis zu 500 km sind veranschlagt.

Ein SLS AMG Electric Drive in blau.

Das Elektroauto als Gucci-Tasche

Daimlers Entwicklungschef Thomas Weber hat die neue Denkrichtung in der Elektromobilität bereits verinnerlicht.

Auf die Frage, wie man den Absatz der E-Autos weiter vorantreiben kann, zeigt er sich entspannt: "Bestimmt nicht über eine Verbotsdiskussion. Man kann die Kunden nicht zwingen, ökonomische Autos zu kaufen. Ich glaube einfach, wir dürfen bei alternativen Antrieben und reinen Elektroautos nicht nur über das Thema CO2 kommen. Wir müssen vor allem auch mit Faszination und Fahrspaß überzeugen. Elektroautos müssen begehrenswert sein. Warum kaufen die Menschen Gucci-Taschen? Eine Einkaufstasche würde ja vermutlich denselben Transportzweck erfüllen. Wenn Sie unseren SLS Electric Drive fahren und sein unglaubliches Beschleunigungsvermögen spüren, dazu nur dieses leise Surren im Innenraum hören – dann erleben Sie, wie faszinierend Elektroautos sein können."

 

Der angesprochene SLS AMG Electric Drive treibt die „neue Elektromoblität“ dabei gewissermaßen auf die Spitze: Er bietet Stolze 751 PS – für knapp 200.000€, ist also ganz und gar kein Auto für alternative Lebenskonzepte – oder zumindest nur für solche, die sich mit Rekordgehältern vereinbaren lassen. Dafür hat er das zu bieten, was vor allem klassische Erfolgsmenschen lieben: Superlative. Er hat als erstes Serien-Elektrofahrzeug auf der Langdistanz des Nürburgrings eine neue Rekordzeit aufgestellt und absolvierte die 20,832 Kilometer in der Eifel dabei in weniger als acht Minuten.

 

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