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Artikelbild BeschreibungGefahrstufe Beta: Tödlicher Unfall mit Teslas Autopilot3549
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Tödliche Technik? Schwerer Unfall mit Teslas "Autopilot"
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Tödliche Technik? Schwerer Unfall mit Teslas "Autopilot"

Tesla bietet seit Kurzem einen "Autopiloten" an. Allerdings ist diese Software noch nicht ausgereift. Macht sie das besonders gefährlich?

Autopilot: Ein schöner Name für eine Software, die autonomes Fahren ermöglicht. Auf der Autobahn funktioniert das auch schon. Allerdings ist der "Autopilot" noch in der Beta-Phase. Das heißt: der Fahrer darf sich nicht darauf verlassen und muss jederzeit bereit sein, wieder selbst zu reagieren. So hat steht es auch in den Nutzungsbedingungen.

Damit hat Tesla aber eine seltsame Situation geschaffen: Man soll hochkonzentriert hinter dem Steuer sitzen, während man gar nicht fährt. Das ist nicht einfach. Außerdem ist es auch irgendwie absurd. Denn wenn man sowieso die ganze Zeit auf den Verkehr achten muss, könnte man ja auch gleich wieder selbst fahren.

Gefährlich gut?

Der Autopilot ist aber mehr als eine "Lenkrad-Klemme": Das System arbeitet mit Kameras, Sensoren, Radar und GPS-Systemen. Es kann sogar selbstständig die Spur wechseln und nach und nach tauchten immer mehr Videos auf, in denen der Autopilot schwere Unfälle verhindert.

Das macht es aber umso schwerer, allzeit bereit hinter dem Steuer zu sitzen. Daher häufen sich auch die Videos über Tesla-Fahrer die schlafen oder Filme gucken, während der "Autopilot" fährt. 

Tödlicher Unfall

Anfang Mai ereignete sich nun aber der erste Todesfall mit dem Autopiloten. Der Tesla S eines 45-jährigen Amerikaners aus dem Bundestaat Ohio fuhr ungebremst in einen abbiegenden Sattelschlepper und verlor dabei sein Dach. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Nun ermittelt die US-Transportsicherheitsbehörde NHTSA.

Dieser Fall wirft natürlich einige Fragen auf. Zum einen geht es um die Grundsatzfrage zum Thema selbstfahrende Autos: Hätte der Mann selbst nicht vielleicht besser reagieren können als die Technik? Tesla beantwortet dies mit einer Statistik: Von ihrer Einführung im Oktober bis zum ersten tödlichen Unfall wurden 209 Millionen Kilometer von der Autopilot-Software zurückgelegt. Durchschnittlich ereignet sich in Amerika aber bereits alle 150 Millionen Kilometer ein tödlicher Unfall. 

Damit würde der Autopilot für überdurchschnittliche Sicherheit sorgen. Und auch der verunglückte selbst hatte mit seiner Dash-Cam schon einen Vorfall dokumentiert, in der der Autopilot in einer gefährlichen Situation schnell und richtig reagiert.

Wer fährt wirklich?

Außerdem wird durch diesen Unfall die Gretchenfrage des autonomen Fahrens wieder sichtbar: Die Frage nach der Verantwortung. Tesla weist darauf hin, dass jeder Fahrer stets die Kontrolle über sein Auto behalten muss. Aber auf Dauer ist es doch eher unwahrscheinlich, dass sich die Person auf dem Fahrersitz angemessen auf den Verkehr konzentriert. Falls Gerichte das im Streitfall genauso sehen, könnte der Hersteller eventuell doch für Autopilot-Unfälle verantwortlich gemacht werden.

Vor allem ein Argument sollte den Kaliforniern Sorgen machen: Der Konkurrent Cadillac wirft Tesla vor, dass sie ihren Kunden mit dem Autopiloten ein unfertiges Produkt liefern, das sie in falscher Sicherheit wiege und dabei in große Gefahr bringe.  

Die Tesla-Aktie fiel nach den ersten Meldungen über den Todesfall bereits um 2 Prozent.

 

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