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Der Hennesey Venom GT auf der Shuttle Startbahn Cape Canaveral
Artikelbild BeschreibungUS-Tuning Legende Hennessey und das Ende1838
Elektromobilität: Was wird aus Tuning-Legende Hennessey?
Der Hennesey Venom GT auf der Shuttle Startbahn Cape Canaveral
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Elektromobilität: Was wird aus Tuning-Legende Hennessey?

Die PS-Schmiede Hennessey ist berühmt für Rekordbeschleunigungen und Benzingeruch. Letzteres könnte sich aber bald ändern.

Firmengründer John Hennessey mit seinem Mitsubishi 3000GT vr4
Firmengründer John Hennessey

Hennessy blickt inzwischen auf eine knapp fünfundzwanzigjährige Geschichte mit dröhnenden Motoren und hohen PS-Zahlen zurück.  Alles begann 1991 mit einer ein-Mann-Tuning-Werkstatt und einem Mitsubishi 3000GT vr4. Heute pumpt das Unternehmen wahre PS-Monster noch weiter auf und produziert den berühmten Hennessey Venom GT, mit dem es sogar einen Weltrekord aufstellte: von 0 auf 300 km/h in 13,63 Sekunden.  

Doch wenn es nach Hennessey geht, könnte die Ära solcher Benzin-Monster bald vorbei sein. Ein paar Meilensteine:

C7 Corvette Stingray: Mit 708 PS über die 200 mph-Marke

322 km/h (200 mph) schnell muss ein Sportbolide sein, um die in den U.S.A. begehrte „Double Century Mark“ zu erreichen. Also nochmal gut 70 km über der 250 km/h Abriegelung, die viele deutsche Seriensportwagen haben.

Hennessey bietet Tuningpakete für die C7 Corvette Stingray an, mit dem sie die „Double Century Mark schafft“. Eckdaten: 708 PS bei 6.300 Umdrehungen/Minute, von 0-60 mp/h in 2,9s und bis zu 322 km/h schnell.

Die Hennessey C7 Corvette Stingray
Die Hennessey C7 Corvette Stingray

Weltrekord 2014: 435 km/h mit dem Hennessey Venom GT

Ein Rekord, für den man einen Weltraumbahnhof braucht: Der von Hennessey selbst gebaute Venom GT durchbrach die 435 Stundenkilometer-Marke natürlich nicht auf irgendeiner Landstraße. Für den Versuch zog es das Hennessey Team auf die Spaceshuttle-Landebahn auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral.

Der Hennessey Venom GT auf Rekordjagd.

Der vorangegangene Rekordhalter mit 267 mph (ca. 431 km/h) war übrigens Pierre Henri Rapanel mit einem 1183 PS starken Bugatti Veyron 16.4 Super Sport.

Natürlich sind PS-Zahlen bei einem solchen Rekordversuch nicht alles. Ein weiterer, extrem wichtiger Punkt ist die Aerodynamik. Denn am Ende geht es darum, wie viele Pferdestärken man effektiv zur Geltung bringen kann, um die Luft aus dem Weg zu schieben und was man tun kann, um die eigentliche Luftreibung so gering wie möglich zu halten.

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Der Bugatti Veyron 16.4 Super Sport

Ein Tacho zeigt 1200 rpm.

Die Maximalgeschwindigkeit ist selbstverständlich nicht der einzige rekordverdächtige Wert des Lotus-basierten Venom GT. Auch die Beschleunigung 0-300 km/h kann sich mit 13,63 s durchaus sehen lassen. Und natürlich die 1471 PS, die unter der Carbon-Haube nur darauf warten, freigelassen zu werden. Der Motor selbst ist aus Aluminium, ein 7.0 Liter V8 mit 32 Ventilen.

Nebenbei muss man aufpassen, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Mit der richtigen Bauweise heben nämlich ganze Flugzeuge schon bei 250 km/h ab. Natürlich haben sie, im Gegensatz zu einem Auto, die Voraussetzungen, um auch in der Luft weiter Schub zu geben. Ein Auto müsste logischerweise wieder aufsetzen.

Typische Startgeschwindigkeiten bei Flugzeugen liegen übrigens zwischen 250 km/h und 475 km/h. Diesen 475 km/h will sich Hennessey noch weiter annähern. Schon heute steht das nächste Ziel fest: 290 Meilen bzw. 466 Kilometer pro Stunde.

Hennessey Venom GT auf Rekordjagd
Hennessey Venom GT auf Rekordjagd

 

 

Hennessey Venom GT Geschwindigkeitsrekord: 270 mph!
Hennessey Venom GT Geschwindigkeitsrekord: 270 mph!
Der Hennessey Venom GT neben anderen Rekordhaltern auf Cape Canaveral
Der Hennessey Venom GT neben anderen Rekordhaltern auf Cape Canaveral

Gibt es ein Leben nach den Benzin-Boliden?

Oh ja. Denn Hennessey will keineswegs aus dem Geschäft aussteigen. Vielmehr plant Hennessey-Chef John Hennessey bald einen Schritt in die Zukunft zu machen. Auf der SEMA Show in Las Vegas gab er bekannt, dass er ein elektrisches Hypercar realisieren will. Wie erfolgreich rein elektrische Hypercars heute schon sind, zeigen Rimac Concept_One, mit 1088 PS und 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und der Toroidion mit 1341 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 400 km/h in 11,0 Sekunden.

Kann Hennessey da noch einen draufsetzen?