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Animation eines Autofahreres, der gleichzeitig über mehrere Endgeräte vernetzt ist.
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Elektromobilität: Tesla, Uber und der Dreiklang der Zukunft
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Elektromobilität: Tesla, Uber und der Dreiklang der Zukunft

Uber hat angekündigt, alle selbstfahrenden Teslas aufzukaufen. Doch Elon Musk setzt vielleicht selbst auf eine verheißungsvolle Kombination.

Elon Musk, CEO von Tesla, verkündet via Twitter, dass Tesla kurz vor selbstfahrenden Autos steht. Autonomes Fahren ist ein Zukunftstrend: Man geht davon aus, dass sämtliche große Hersteller und deren Zulieferer sowie auch branchenfremde Konzerne dieses Ziel vor Augen haben. Und bei den enorm hohen Summen, die in diese Forschung gesteckt werden, scheint dies kein unerreichbarer Traum mehr zu sein. Daimler und Nissan haben bereits angekündigt, bis spätestens 2020 das erste selbstfahrende Auto auf den Straßen zu haben.

Mit selbstfahrenden Autos könnte die Mobilität allerdings etwas vollkommen andere sein, als das was wir heute darunter verstehen. Für Großstädter gäbe es z.B. keinerlei Grund mehr, einen eigenen PKW zu unterhalten, wenn eine Flotte von autonomen Autos jederzeit verfügbar wäre.

Der Dreiklang der Zukunft: car sharing, elektrisch, selbstfahrend

An einem Versuchsmodell, einem Tesla S, haben BOSCH Ingenieure zusätzlich 50 Teile eingebaut und 1,3 Kilometer Kabel eingezogen. Das Roboterauto kennt das Ziel – und viel besser noch: den Weg. Was für einige sich noch etwas angsteinflößend anhört, ist für die Automobilindustrie ein Milliardengeschäft.

 

Denkt man noch das immer beliebtere Car-Sharing dazu, werden die Möglichkeiten schier grenzenlos: Wartungsarme E-Autos könnten per app geordert werden und sich wie ein Taxi ohne Fahrer benutzen lassen. Dank dem „Internet der Dinge“ könnten sie ihre Benutzung in bisher undenkbaren Maße optimieren: Während der heutige privat PKW 95% seines „Lebens“ im geparkten Zustand verbringt, könnten die vernetzten und selbstfahrenden Autos fast pausenlos auf der Straße gehalten werden.

Somit könnte ein Zusammenspiel der drei Faktoren der Schlüssel zum Erfolg sein – und diese Überlegung ist auch schon bei den großen Playern angekommen: Nachdem Tesla bekannt gab, dass man dort in den nächsten Jahren 500.000 selbstfahrenden E-Autos bauen will, kündigte die berühmt berüchtigte Taxi-App Uber an, jedes einzelne davon aufkaufen zu wollen.

 

Alle großen Player denken in diese Richtung

Aber Tesla CEO Elon Musk, der schon PayPal mit aufgebaut hat, ist ebenfalls bekannt für seinen Riecher für zukunftsweisende Trends. Auf die Uber Pläne angesprochen deutete er an, dass er eventuell den Spieß umdreht und mit seinen autonomen Teslas in den Taxi-Markt einsteigt.

Auch Daimler gab im Interview mit YooCorp an, dass sie genau in diese Richtung denken: Autonomes Fahren, Elektromobilität und Car-Sharing sind auch bei Mercedes die Eckpunkte der Zukunftsplanung. Hinzu kommen Player wie Apple und Google, die immer stärker in Richtung Automobilmarkt drängen. Apple verhandelt mutmaßlich mit BMW über die Nutzung des Elektroautos i3 als Basis für ein Apple Auto, Google lässt seine selbstfahrenden Kleinwägen bereits durch Kalifornien rollen. Mit ihren Benutzeroberflächen CarPlay (Apple) und Android Auto (Google) treiben sie zudem die Vernetzung der Autos voran. Car sharing, elektrisch und autonom – auch Google und Apple glauben an allem Anschein nach an diesen Dreiklang.

Rechtliche Lage noch ungeklärt

Laut EU müssen derzeit alle Fahrzeuge in Europa von ihren Fahrern gelenkt werden.

Der US-Internetkonzern Google hat bereits zahlreiche Autos zu selbstfahrenden Fahrzeugen umgebaut. Mit Hilfe von Videokameras und Radarsensoren werden diese sicher durch den Verkehr gelenkt. In den USA scheint die Rechtslage selbstfahrenden Fahrzeugen nichts entgegenzusetzen zu haben. So ist das Google Car, dessen Front an die Gesichter aus japanischen Mangacomics erinnert, so hochgerüstet, dass es nicht einmal mehr ein Lenkrad hat.

Die einzelnen technischen Voraussetzungen, die ein fahrerloses Fahren möglich machen gibt es bereits in den kleinsten Modellen der größeren Hersteller: Abstands- und Geschwindigkeitsregler, Einparkhilfen oder Verkehrszeichenerkenner sind für kaum mehr einen ein Fremdwort. Die Kunst ist nur, all diese Systeme zusammenzuführen.

Fahrer müssen langsam an das Thema herangeführt werden

Der totale Kontrollverlust am Steuer – für viele eine unangenehme Vorstellung. Studien haben allerdings gezeigt, dass die Vorbehalte sinken umso realer diese Art des Fahrens wird. Durch eine immer weitere, schrittweise Heranführung an das Thema, wird die Akzeptanz höher. Dem automatischen Abstandsmesser beim Rückwärtseinparken misstraut heute kaum noch jemand.

Erst vor kurzem befragte die Boston Consulting Group (BCG) in den USA 1500 Autofahrer zum Thema autonomes Fahren. Dabei kam das beeindruckende Ergebnis heraus, dass sich ganze 55 Prozent für eine teilweises und 44 Prozent für ein komplett selbstfahrendes Auto entscheiden würden. Die Automobilindustrie gibt sich euphorisch. Experten vom Center Automotive Research (CAR) von der Universität Duisburg-Essen gehen bis 2020 von einem Umsatzplus von 55 Millionen Euro aus. Bis 2030 könnte es sogar über 300 Millionen Euro sein.

Somit müssen die Autofahrer sich auf dieses spannende Projekt nur noch einlassen – und dafür bezahlen.

 

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