Driven! Autowelt
Artikelbild BeschreibungElektromobilität Royal: Frankreich plant Volksstromer 1985
Artikelbild BeschreibungElektromobilität Royal: Frankreich plant Volksstromer 1985
Elektromobilität Royal: Frankreich plant Elektroauto für 7.000 $
Artikelbild BeschreibungElektromobilität Royal: Frankreich plant Volksstromer 1985
Artikel

Elektromobilität Royal: Frankreich plant Elektroauto für 7.000 $

Die französische Umweltministerin hat ein Projekt ausgeschrieben, das die größten Schwächen der Elektroautos angeht.

Wo liegt die Schwachstelle von Elektroautos? Die Reichweite, würden viele spontan sagen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Die überwiegende Mehrheit aller Fahrten dauern nur wenige Kilometer – dafür würden die Stromer-Reichweiten völlig ausreichen. Allerdings sind die E-Autos zudem aber auch noch teurer als Verbrenner. Ihre Käufer müssen also nicht nur auf Reichweite verzichten, sie müssen für diese Einschränkung auch noch draufzahlen. Das tut man sich nicht unbedingt an.

Royal hat das Problem erkannt

Elon Musk, der Star der Branche, hat dieses Thema gewissermaßen umgangen: In der Preisklasse der Tesla-Modelle können E-Autos fast genauso viel Reichweite und tendenziell mehr Fahrspaß bieten, als Verbrenner. Allerdings beginnt die Tesla-Sphäre bei erst ca. 70.000€, also ein ganzes Stück über dem Massenmarkt.

Die Musik spielt aber im Bereich darunter: Um Klimaziele zu erreichen, reicht es nämlich nicht, nur Millionäre zu elektrifizieren. Daher will Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal nun ganz unten einsteigen. Die Idee: Der Staat fördert Unternehmen, die sich an der Entwicklung eines „véhicule électric populaire“ – also einem „Volksstromer“ beteiligen. Preis: max. 7.000 $. Das verlautbarte sie, in bester Musk-Manier, am 3.Dezember über Twitter.

Artikelbild 1988

Das urbane Dilemma

7.000 Dollar sind, Stand heute, ca. 6400€. Das wäre das Segment der preisgünstigsten Benziner: Der Dacia Sandero liegt z.B. bei 6.890€. In dieser Ausstattungsvariante sind allerdings weder Radio noch Ersatzrad mit inbegriffen. Der „Ségo-Stromer“ wäre also äußerst „preiskampffähig“.

Focus Online meldet darüber hinaus, dass das günstige E-Auto eventuell auch Carsharing-Projekte, wie das Pariser „Autolib´“ voranbringen soll. Forciertes Elektro-Carsharing könnte auch ein weiteres Dilemma der Elektromobilität lindern, dass Stadt-Problem. Da sie lokal keinerlei Abgase ausstoßen, wären E-Autos eigentlich ein Segen für smoggeplagte Großstädte. Im Stadtgebiet wären auch die kleinen Reichweiten weniger tragisch und die Elektroantriebe eignen sich besser für den Stadtverkehr als für die Autobahn.

Bei näherem Hinsehen muss man aber feststellen, dass das Laden ohne eigene Garage aber recht problematisch ist. An öffentlichen Ladestationen müsste man die Ladezeit nämlich absitzen – da wären auch schon die ca. 30 Minuten der neuesten Schnelllade-Modelle auf Dauer äußerst nervig.  Weil die meisten Städter aber in Mehrparteinhäusern leben, wundert es nicht, dass die meisten Elektropiloten vom Lande kommen. Im Car-Sharing entfällt dieses Problem dagegen völlig, da man das Auto einfach an seiner Ladesäule stehen lassen kann.

Touché!

Frankreichs Umweltministerin Segolene Royal wird mehr und mehr zur treibenden Kraft in Sachen Mobilität. So trat sie z.B. schon der „Verdieselung“ der französischen Privat-PKW-Flotte (über 80% fahren Diesel) entgegen. Innerhalb von 5 Jahren will sie den Dieselkraftstoff auf Benzin-Niveau anheben – eine Maßnahme, die z.B. auch schon BMW-Chef Krüger über ein eventuelles Ende des Diesels – und damit auch über mehr Elektro – nachdenken lässt.

 

Außerdem zu diesem Thema: