Driven! Autowelt
Kabel mit Stromstecker, mit Moos überwachsen.
Kabel mit Stromstecker, mit Moos überwachsen.
Elektromobilität: Provinz blamiert Berlin
Kabel mit Stromstecker, mit Moos überwachsen.
News

Elektromobilität: Provinz blamiert Berlin

Was sich die Bunderegierung theoretisch zum Ziel gesetzt hat, schafft der bayerische Wald in der Praxis.

Die Bundesregierung möchte mit gutem Beispiel voran gehen: 10 Prozent der neu gekauften und angemieteten Dienstwagen der Bundesministerien und Behörden sollen Elektroautos und Plug-in-Hybride sein. So heißt es unter dem Regierungsprogramm Elektromobilität konkret, dass ab 2013 diese Fahrzeug-Neuanschaffungen einen CO2-Grenzwert von 50 g/km unterschreiten sollten.

Aber der Erfolg hält sich in Grenzen: Leider können nur vier der 17 Bundesministerien und Behörden dieses Ziel erreichen: das Auswärtige Amt, das Bundespresseamt sowie das Innen- und Verkehrsministerium. Drei Ministerien, genauer gesagt das Familien-, das Justiz- und das Entwicklungsministerium, verfügen über gar kein Elektroauto und haben auch nicht vor, in nächster Zeit eines anzuschaffen.

Elektroautos eignen sich für Fuhrparks

Mehr als 50 Prozent der zugelassenen Elektroautos in Deutschland befinden sich in sogenannten Fuhrparks, wie beispielsweise im bayerischen Wald. Das Verbundprojekt E-Wald unter der Leitung der technischen Hochschule Deggendorf, hat sich zum Ziel gesetzt die Region des bayerischen Walds mit Elektroautos zu vernetzen. So haben Anfang des Monats die Bürgermeister aus 38 Städten und Gemeinden des ostbayrischen Landkreises Cham im Regierungsbezirk Oberpfalz ihre neuen Elektroautos in Empfang genommen. Diese werden an den Rathäusern fest stationiert, stehen aber auch allen interessierten Bürgern für Privatfahrten zur Verfügung. Größere Städte bekommen ein eigenes Elektroauto, kleinere Gemeinden teilen sich eines. Damit trägt das Projekt zusätzlich zu einer besseren Vernetzung der Region bei. Die E-Fahrzeuge werden für circa zwei Jahre den Kommunen von der E-Wald GmbH zur Verfügung gestellt. Dieses Projekt wird von dem Landkreis Cham mit 300.000 Euro bezuschusst.

Der E-Wald spart sich nicht nur Emissionen

Wie sich dieses Projekt in den einzelnen Gemeinden konkret auswirkt, zeigt das Beispiel der Marktgemeinde Ortenburg. Diese spart sich jedes Jahr durch die Langzeitmiete eines Renault ZOE der E-WALD GmbH ca. 10.000 Euro an Mobilitätskosten für ihre Mitglieder. „Jeder Mitarbeiter bucht über den Outlookkalender das Elektroauto für seine Fahrten, so dass man sofort sieht, wann es verfügbar ist und wann nicht. Dadurch stimmen wir jetzt unsere Termine genauer aufeinander ab.“ erklärt Stefan Lang, Bürgermeister von Ortenburg. Zudem sparen er und seine Mitarbeiter Zeit und Papier, da Quittungsbelege für die Fahrten mit dem Privat-PKW nicht mehr ausgefüllt werden müssen.

„Wir wollten mit gutem Beispiel voran gehen und die Vorteile von Elektromobilität, wie sie E-WALD bietet, vorleben“, so Lang.

Dieses Beispiel zeigt, wie eine kleine Gemeinde im bayerischen Wald das Thema Elektromobilität aktiv lebt und sich nicht nur mit großen Ankündigungen und Zielsetzungen theoretisch damit auseinandersetzt. Denn das kostet Zeit und Geld – und die Gemeinde Cham spart sich beides.

 

Außerdem zu diesem Thema: