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Stilisierte Aufnahme einer Straße, die in den Sonnenaufgang führt.
Stilisierte Aufnahme einer Straße, die in den Sonnenaufgang führt.
Elektromobilität: Der induktive Weg zur unendlichen Reichweite
Stilisierte Aufnahme einer Straße, die in den Sonnenaufgang führt.
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Elektromobilität: Der induktive Weg zur unendlichen Reichweite

Wo kann ich mein Auto laden - und wie weit komme ich dann? Die Antwort auf die großen Fragen der eMobility könnte auf der Straße liegen.

Das Schöne an der Elektromobilität ist, dass sie derzeit ein großer Raum für Ideen ist. Auch die induktive Straße, an der das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) gerade arbeitet, ist eine Vision – und zwar eine große: Man denkt darüber nach, die  Autobahnen mit so genannten Primärspulen sprichwörtlich zuzupflastern. Diese Spulen würden dann die Batterien von Elektroautos während der Fahrt mit Strom versorgen. Beim Bremsen könnte die Straße dann Energie zurückgewinnen und darüber hinaus ließe sich über die Spulen auch noch der selbstfahrende Verkehr koordinieren.

Das klingt zwar nach Science-Fiction, ist aber nicht völlig utopisch, denn grundsätzlich funktioniert es bereits: die elektromagnetische Induktion, also die Möglichkeit mit einem Magnetfeld Strom zu erzeugen, wurde bereits 1831 entdeckt. Inzwischen wird dieses Prinzip alltagstauglich umgesetzt – und zwar nicht nur in elektrischen Zahnbürsten sondern auch bei der Elekrtomobilität: Die Stadt Braunschweig lädt ihren elektrischen Linienbus „emil“ seit längerem induktiv an den Haltestellen, und das innerhalb von Sekunden.

 

Das IFAM geht nun aber noch einmal einen deutlichen Schritt weiter, denn wenn man die Autos während der Fahrt laden will, bleiben jeder einzelnen Spule dafür höchstens noch Millisekunden. Das setzt sehr effektive Steuerungssysteme vorraus, die die einzelnen Spulen in diesem Zeitraum anschalten, anzapfen und wieder ausschalten können.

Aber auch diese Phase ist keine graue Theorie mehr, denn auch das Laden "im Vorbeifahren" funktioniert bereits – zumindest 25 Meter lang auf einer Teststrecke. Das man aber weitaus größere Pläne hat, zeigt schon die Austtatung des Testwagens: Sein E-Motor leistet 424 PS.  

Die verwendeten Steuerungssysteme wären auch dazu imstande,  einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der selbstfahrenden Autos zu leisten. "So könnten die Abstände zwischen den Fahrzeugen verringert werden, ohne dass die Verkehrssicherheit leidet", sagt Matthias Busse vom Fraunhofer IFAM gegenüber Zeit Online.

 

Der Gedanke einer induktiven Straße könnte aber noch weitaus interessanter werden, wenn man ihn in Verbindung mit einem anderen Fraunhoferprojekt denkt: Zusammen mit der Organistioan „Solmove“  will man nämlich die Straßen in Solarkraftwerke verwandeln. Ließen sich beide Ideen gleichzeitig umsetzen, könnte man den Strom auch gleich dort produzieren, wo er verbraucht wird. Damit wären dann sicher die meisten Fragen zur Elektromobilität im Speziellen – und dazu noch einige zur Energiewende im Allgemeinen – beantwortet. Und auch wenn der Weg bis zu einer flächendeckenden Umsetzung wohl auch noch entsprechend lang wäre, zeigen diese Projekte doch, wie spannend die Elektromobilität derzeit ist.

 

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