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Elektromobilität: Der Fanboost – die Kraft der Herzen
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Elektromobilität: Der Fanboost – die Kraft der Herzen

"Weltmeister der Herzen" ist in der Formula E weit mehr als nur ein Trostpreis: der Fanboost verwandelt Sympathie in PS.

Angeblich hat der „zwöflte Mann“ einst das Halbfinale der Fußball-WM 1958 entschieden. Die schwedischen Fans sollen das deutsche Team durch laute „Heja“-Rufe derartig verunsichert haben, dass es mit 3:1 unterlag.

Ob dem nun so war oder nicht – darüber ließe sich sicher leidlich diskutieren, hätte die Öffentlichkeit nicht irgendwann das Interesse an der „Schlacht von Göteborg“ verloren. Darüber hinaus kann man den Einfluss der Fans auf den Sport eben schwer messen: Ein „Heimvorteil“ lässt statistisch sicher nachweisen – aber er funktioniert eben höchst unzuverlässig, das belegt nicht zuletzt ein anderes deutsches WM-Halbfinale: 2014 konnte der heimische „Hexenkessel“ Brasilien nicht vor einer denkwürdigen Niederlage bewahren.

Lasern, Blankziehen, Flitzen

Daher versuchen die Fans seit je her auch einen messbaren Einfluss auf ihren Sport zu nehmen: Laserpointer sieht man inzwischen bei vielen Sportarten, „Flitzen“ bzw. „Blankziehen“ gilt ebenfalls als probates Mittel – und ab und zu sah man auch schon einen Fan auf ein Fußballfeld stürmen, um ein entscheidendes Tor zu schießen.

Natürlich zählte Letzteres dann aber nicht und auch alle anderen Einflussnahmen werden entweder geahndet – oder sie sind zumindest verpönt: wegen eines Laserpointers will sicher niemand Weltmeister werden, egal in welcher Sportart.

Der Grundgedanke der Elektromobilität ist nun allerdings das „Umdenken“ – daher wundert es kaum, dass nun auch im „Elektromobilitäts-Motorsport“ umgedacht wird: Zum ersten Mal in der Sportgeschichte kann man  in der Formula E nun der  Fan das Renngeschehen nun direkt beeinflussen – und zwar legal, fair und angezogen.

Sympathie-PS

Möglich macht dies der sogenannte „Fanboost“: er liefert 100 Kilojoule Zusatzenergie, die in einem Fenster zwischen 180 und 200 Kilowatt genutzt werden kann. Dabei kann der Fahrer entscheiden, ob er die zusätzliche Energie in einem kurzen Schub oder kontinuierlich abruft. Und diese Extra-PS liefern die Fans: Sie stimmen online ab, welche 3 Fahrer im Feld den „Boost“ bekommen sollen. 12 Tage vor dem eigentlichen Rennen startet der dazugehörige „Beliebtheitswettbewerb“ – und der Endspurt findet sogar im laufendem Rennen statt: Bis zur sechsten Rennminute kann man abstimmen. Und wenn es irgendwann mal zu einem direkten Titelmodell zwischen zwei Fahrern kommt, dann ist der Titel „Weltmeister der Herzen“ weit mehr als ein Trostpreis – es wäre ein echter Wettbewerbsvorteil.

"Der FanBoost ist ein einzigartiges Element unserer Serie, das Fans in die Rennen eingreifen lässt. Weil man nun auch während des Rennens abstimmen kann, wird das Level des Eingriffs noch einmal steigen", erklärt Ali Russell, Mediendirektor der Formel E, und ergänzt: "Es wird eine Echtzeitbeziehung zwischen Fahrern, Teams und den Fans geschaffen."

 

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