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Grafik, die den Antrieb eines Porsche 918 Spyders zeigt.
Grafik, die den Antrieb eines Porsche 918 Spyders zeigt.
Elektromobilität: Porsche fühlt sich im Stich gelassen
Grafik, die den Antrieb eines Porsche 918 Spyders zeigt.
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Elektromobilität: Porsche fühlt sich im Stich gelassen

Die deutschen Marken haben E-Autos entwickelt, obwohl sie daran kein Geld verdienen. Nun fordern sie auch vom Staat mehr Engagement.

Eine Million Elektroautos bis 2020 – an dieses vollmundige Ziel wird die Bundesregierung immer gerne erinnert. Inzwischen gilt die Zahl allerdings als völlig utopisch – Experten rechnen eher mit einem Zehntel (!) davon. Da ist es wohl nicht übertrieben, von einem „Versagen“ zu sprechen, wie die Chefs von Porsche und Mercedes es jetzt tun. Dabei verlangen sie zum Thema Elektromobilität mehr politische Unterstützung.

Nach Aussage des Daimlers Vorstandschef Dieter Zetsche müssen die Bedingungen ganz klar geändert werden. Bessere Rahmenbedingungen beim Kauf von E-Autos sowie steuerliche Vorteile für den Aufbau von Unternehmensflotten wären ein Anfang, der zu einer Verbreitung der Elektroautos helfen soll.

Ein Porsche 918 Spyder der auf einer Rennstrecke durch eine Kurve triftet.

Die Autoindustrie hat ihren Teil getan

E-Fahrzeuge sind in der Herstellung immer noch deutlich teurer als Verbrenner. Kein Autobauer verdient daran bisher Geld –  nicht einmal Tesla. Dennoch gibt es insgesamt ca. 30 Elektromodelle.

Alleine Porsche hat drei Hybridmodelle in Sortiment, darunter auch der Porsche 918 Spyder, für viele der beste Sportwagen aller Zeiten. Damit hat nach Meinung von Dieter Zetsche die Automobilbranche ihren Betrag geleistet, nun müsse die Politik für einen erfolgreichen Absatz sorgen.

Porscheboss Matthias Müller sieht das ähnlich: „Die Autoindustrie in Deutschland steckt etliche Milliarden in die Elektromobilität, und die Bundesregierung schaut dabei zu“. Anreize ein Elektroauto zu kaufen, bieten zurzeit ausschließlich die Automobilkonzerne mit der Entwicklung von Batterien und einem optisch ansprechenden Design. Auch Ladestationen werden größtenteils von Privatinitiativen und Energiekonzernen ausgebaut – und nicht von der öffentlichen Hand.

Geld für Ladeinfrastruktur

„Es gibt eine Aussage der Kanzlerin, abgestützt und abgestimmt mit dem Verband Deutscher Automobilhersteller, dass es im Jahr 2020 in Deutschland eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge geben soll, daran arbeiten wir heftig. Ich glaube nicht, dass das Thema so ohne weiteres durch Incentives seitens des Staates lösbar ist. Vielmehr muss die Infrastruktur in Ordnung gebracht werden, wir brauchen Ladestationen, dort ist die Politik gefragt, da sind die Länder gefragt, etwas zu tun. Da muss man schauen, inwieweit diese Gelder zeitnah bereitgestellt werden können.“

Ein kleiner Lichtblick: Anfang dieses Jahres wurden circa 19.000 reine Elektroautos zugelassen – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 56 Prozent, von der Millionen aber weit entfernt.

 

 

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