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Karrikatur eines Elektroautos, dass über Kabel mit einem qualmenden Kraftwerk verbunden ist.
Karrikatur eines Elektroautos, dass über Kabel mit einem qualmenden Kraftwerk verbunden ist.
CO2: Elektromobilität als "Lizenz zum Schönrechnen"?
Karrikatur eines Elektroautos, dass über Kabel mit einem qualmenden Kraftwerk verbunden ist.
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CO2: Elektromobilität als "Lizenz zum Schönrechnen"?

Mit der neuen EU-Abgasnorm könnten Elektroautos dafür sorgen, dass nicht weniger, sondern noch viel mehr Emissionen produziert werden

Eine Studie des Heidelberger Umwelt- und Prognose-Instituts (UPI) zweifelt an der Umweltverträglichkeit von Elektroautos: "Sie verursachen als einzelnes Fahrzeug ungefähr gleich hohe CO2-Emissionen wie normale Benzin- oder Diesel-Pkw".

Dabei produzieren die Elektrofahrzeuge selbst natürlich keine Treibhausgase. Die eigentliche Umweltbelastung entsteht eine Stufe vorher, nämlich bei der Gewinnung des Fahrstroms. Der wird meist im durchschnittlichen Energiemix produziert, denn nur die wenigsten E-Autos können haben Zugriff auf reinen Ökostrom. Und die normale Stromproduktion produziert – nach wie vor – noch reichlich Treibhausgase.

Elektrautos verfälschen die Zahlen

Des Weiteren steht die Studie den neuen CO2-Begrenzungen für PKW in der Europäischen Union kritisch gegenüber. Die sogenannte Flottengrenzwertregelung besagt, dass der durchschnittliche Ausstoß des klimaschädigenden Gases von 130 Gramm pro Kilometer auf 95 Gramm im Jahr 2020 gesenkt werden muss. Dies beinhaltet jedoch nur den Ausstoß beim Fahren, weshalb Elektroautos als Null-Emissions-Fahrzeuge angegeben werden dürfen. Das produzierte Treibhausgas bei der Herstellung des Stroms wird dabei außer Acht gelassen. Für jedes dieser „emissionsfreien“ E-Mobile dürften dann aber auch wieder einige Spritfresser produziert werden. Dies könnte im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass die tatsächlichen Emissionen am Ende eher steigen als sinken: Da Elektroautos aber als emissionsfrei gerechnet werden, obwohl sie es de facto ja gar nicht sind, würden sie die Gesamtemissionen der „Flotte“ – also der gesamten Produktpalette eines Herstellers, „schönfärben“.

Auch wenn die Ergebnisse der Studie nicht unumstritten sind, zeigen sie doch ganz klar die Achillesferse der Elektromobilität: Sie kann immer nur so umweltfreundlich sein, wie der Strom, der sie antreibt.

 

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