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Ein Flüssiggas-Auto beim Tanken.
Ein Flüssiggas-Auto beim Tanken.
Weiter Gas geben? Die Autogasförderung läuft aus.
Ein Flüssiggas-Auto beim Tanken.
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Weiter Gas geben? Die Autogasförderung läuft aus.

Die Politik plant Steuervorteile für Elektroautos. Da wird auch eine Verlängerung der Autogasförderung gefordert – mit Verweis auf Erfolge.

Die Elektromobilität ist ein prominentes Thema unserer Zeit. Allerdings findet sie bisher eher in den Medien als auf der Straße statt: Dort sind in Deutschland bislang nur ca. 19 000 Elektroautos unterwegs. Vom Regierungsziel, bis 2020 eine Million dorthin zu bringen, ist man also noch meilenweit weit entfernt. Der Erfolg wird bislang von den Faktoren Kaufpreis, Reichweite und Ladeinfrastruktur verhindert.

Für das Autogas gilt im Prinzip genau das Gegenteil: Auf Automessen stehen selten spektakuläre Flüssiggas-Modelle im Mittelpunkt und einen Schlagzeilenproduzenten Tesla-Chef Elon Musk, sucht man in der Gasantriebsszene auch vergeblich. Aber auch wenn kaum einer darüber spricht, ist der Autogas-Motor mit einem Anteil von 70% doch der erfolgreichste unter den alternativen Antrieben, weit vor Hybrid (15%) Erdgas (12%) und Elektro (1,6%).

Der Erfolg ist kaum verwunderlich, denn das Autogas teilt keines der Probleme der Elektromobilität. Die Mehrkosten sind überschaubar und viele Benzinmotoren lassen sich für ca. 3000 Euro sogar noch nachträglich umrüsten. Die Reichweite ist mit Benzinern vergleichbar oder sie ist im Notfall sogar größer, da Autogas-Fahrzeuge zusätzlich auch noch Benzintanks an Bord haben und Nachschub gibt’s fast an jeder zweiten Tankstelle.

Sehr nahe am Benzinmotor

Mit diesen starken Zahlen im Rücken fordert der Interessenverband "Deutscher Verband Flüssiggas e.V." nun, dass dieser Antrieb staatlich unterstützt wird, genau wie die Elektromobilität, wo derzeit eine große Steuererleichterung für gewerbliche E-Autos im Gespräch ist. Zwar gibt es bereits Steuervorteile für Auto- und Erdgas, aber die laufen 2018 aus. Eine Verlängerung ist im Koalitionsvertrag der Regierung zwar vorgesehen, aber gesetzlich noch nicht durchgesetzt.

Ein Grund, warum das Autogas weniger Aufmerksamkeit bekommt als die Elektroautos könnte in der Emissionsbilanz liegen. Denn nicht nur bei den Vorteilen wie beim Kaufpreis und in der Alltagstauglichkeit ist das Gas nahe am Benzinmotor, sondern leider auch beim CO2 - Ausstoß: lediglich ca. 20% lassen sich hier einsparen. Das ist zwar sicher nicht ganz unerheblich, aber von der großen Vision einer emissionsfreien Mobilität, die hinter der Elektromobilität steht, noch weit entfernt. Auf dem Weg dahin könnte das Autogas aber dennoch eine wichtige Rolle spielen.

 

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