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Ein Mikrofon im Vordergrund, im Hintergrund eine laufende Konferenz.
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Auffällig unauffällig: die nationale Konferenz zur Elektromobilität
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Auffällig unauffällig: die nationale Konferenz zur Elektromobilität

Heute beginnt die 3. nationale Konferenz zur Elektromobilität. Sie ist hochkarätig besetzt – macht aber bedenklich wenig Wind.

Was kann man von der 3. Nationalen Konferenz zur Elektromobilität erwarten? Regierungssprecher Steffen Seibert formuliert es so:

"Wir erwarten, dass wir mit den Gesprächen am Montag bei der Konferenz hier in Berlin neue Schritte beschließen werden, neue Schritte gemeinsam machen werden, die der E-Mobilität in Deutschland noch weitere Verbreitung ermöglichen."

Allzu konkret klingt das nicht, auch wenn Seibert noch bekräftigt, dass sowohl die Bundeskanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung grundsätzlich hinter einer Förderung der Elektromobilität stehen. Allerdings ist es fast schon verdächtig, wie wenig Wind um die Sache gemacht wird:  Kanzlerin und Vizekanzler werden Ansprachen halten, der Verkehrs- und die Umweltministerin kommen, Daimler-Chef Dieter Zetsche und Bahnchef Grube geben sich die Ehre, hochrangige Gewerkschaftsvertreter und einige Namen aus der Energiewirtschaft sind anwesend – von dieser Teilnehmerliste könnte man schon den großen Wurf erwarten – oder zumindest einen großen Pressewirbel. Die Aufmachung ist aber betont bescheiden: Die Internetseite versteckt die großen Namen geradezu – und ist auch sonst nicht gerade ein Vorzeigeobjekt der Aufmerksamkeitsindustrie.

 

Wenn die große Elektromobilitätskonferenz nun aber schon betont unauffällig gehandhabt wird, dann stellt sich die Frage, wie entschlossen die Regierung tatsächlich noch hinter der Sache steht. Ihr 2010 ausgerufenes Ziel, eine Million Elektroautos bis 2020 auf die deutschen Straßen zu bringen, gilt unter jetzigen Voraussetzung als völlig unhaltbar. Wenn man hier entschlossen gegensteuern wollte, wäre diese Konferenz eine gute Gelegenheit, das aufmerksamkeitswirksam anzukündigen.

Tatsächlich sind auch Maßnahmen im Gespräch – etwa Steuererleichterungen für gewerbliche genutzte Elektroautos. Automobilexperte Ferdinand Dudenhöfer sieht allerdings auch diese Maßnahme skeptisch: „Firmen dürften im Wesentlichen die sogenannten Plug-In Hybride kaufen. Die fahren 30 Kilometer elektrisch und dann konventionell. Damit wird die öffentliche Lade-Infrastruktur zum Absterben gebracht." Da man aber anscheinend versucht, die Elektromobilität möglichst weit unter dem Radar fliegen zu lassen, ist wohl selbst die Umsetzung dieser Maßnahme fraglich.

 

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