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Foto einer vielbefahrenen Straße in der Abenddämmerung, bei dem durch eine lange Belichtungszeit die Vorder und Rücklichter der Autos rote und weiße Streifen bilden.
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Mit Akku-Autos wird es nicht funktionieren
Foto einer vielbefahrenen Straße in der Abenddämmerung, bei dem durch eine lange Belichtungszeit die Vorder und Rücklichter der Autos rote und weiße Streifen bilden.
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Mit Akku-Autos wird es nicht funktionieren

2010 hat die Bundesregierung zusammen mit der nationalen Plattform Elektromobilität das Ziel formuliert, 2020 eine Million Elektroautos auf unseren Straßen zu haben. Rechnet man mit den seither erreichten Zulassungszahlen, wird es wohl noch 116 Jahre – d.h. bis anno 2131 – dauern, bis die Million erreicht ist. Wobei die Million auch nur eine schmächtige Nischenlösung wäre, angesichts von fast 50 Millionen Straßenfahrzeugen, die alleine auf Deutschlands Straßen unterwegs sind.

Autos mit elektrisch angetriebenen Rädern sind ein Traum, wegen hohem Drehmoment aus dem Stand heraus und sind fast geräuschlos. Aber alle heutigen Straßenfahrzeuge funktionieren nach dem „Eselskarrenprinzip“: ein Esel wird getränkt und gefüttert und zieht dann seinen Karren eine bestimmte Strecke, oder anders ausgedrückt, der Energievorrat an Bord bestimmt die Reichweite des Fahrzeugs.

 

Es gibt schon seit langem eine überaus intensiv genutzte Elektromobilität. Denken Sie nur an den ICE der mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h von Berlin nach Berchtesgaden fährt, ohne Tank- oder Ladestopp. Oder die U-Bahn die beschleunigt, nach 300 m wieder stoppt, wieder beschleunigt usw. Gemeinsam ist dieser vertrauten und erfolgreichen Elektromobilität, dass es keinen Akku bzw. Energievorrat an Bord gibt, diese Bahnfahrzeuge beziehen ihren Strom „just in time“, d.h. der Strom wird in der gleichen Sekunde erzeugt, wie er gebraucht wird. Die Zulieferung erfolgt aus dem Stromnetz heraus. Erspart wird diesen Fahrzeugen das Gewicht, das Volumen und die Kosten von Akkus, welche in sich Strom in chemisches Energiepotential wandeln und einen Teil davon wieder in Strom zurückwandeln.

 

Wir nennen es das Kolumbusprinzip. Selbiger ist von Spanien in die Karibik gefahren und von dort wieder zu-rück. Er hatte keinen Energievorrat an Bord seiner Schiffe. Ebenfalls „just in time“ hat er die benötigte Energie für die Fahrten im wahrsten Sinne des Wortes per Segel aus der Luft gegriffen. So wie aus dem Netz belieferte Stromfahrzeuge (ICE, U-Bahn usw.) mit allem Strom für Radantrieb, Klimatisierung und Beleuchtung versorgt werden.

Schorr Power Net überträgt dieses erfolgreiche Prinzip auf die Straße. In die Fahrbahnen, egal ob Stadt- oder Fernstraße, sind Induktionsschleifen, eine an der anderen eingeritzt  und wieder vergossen. Über einen ca. 20 cm Luftspalt wird Strom auf die Empfängerspule am Boden der Fahrzeuge übertragen, egal ob dies ein LKW, PKW  oder Bus ist. Das induktive Magnetfeld wird von Schnee oder Nässe auf der Fahrbahn nicht beeinträchtigt, außerdem ist nur die Schleife zugeschaltet, über die sich das Elektroauto befindet, Die Schleifen davor und dahinter sind stromlos.

Lizenz zum Gelddrucken

Quasi als eine „Lizenz zum Gelddrucken“ wirkt dieses Straßenstromnetz auf Straßen mit gro-ßem Verkehrsaufkommen. Nehmen Sie die A9,  die aus München-Schwabing heraus, Richtung Norden an der Allianz Arena vorbeiführt. Täglich verkehren dort im Schnitt 90.000 Fahrzeuge, die im Durchschnitt 14 Liter auf 100 km (wegen des LKW Anteils) verbrauchen, d.h. 1,4 Liter je Fahr-zeug, je 10 km. Rechnet man 1,4 Liter x 90.000 Fahrzeuge ist der Verbrauch an fossilem Kraft-stoff je 10 km Autobahn: 90.000 Fahrzeuge x 1,4 Liter = 126.000 Liter Sprit pro Tag, pro 10 km.

Natürlich lohnt sich ein Straßenstromnetz nur in Straßen mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Es wird also weiterhin notwendig sein, Energie an Bord mitzuführen. Nehmen Sie als Beispiel den Opel Ampera. Sein 28.500 € teurer und 200 kg schwerer Akku macht vollgeladen 8 KWh Strom verfügbar. Der Energiespeicher bestehend aus 35 Liter Benzin und als Wandler einen Motor, der einen Generator antreibt, hält ein Vielfaches an Strom bereit, nämlich 280 KWh. Die Kombination aus gefülltem Benzintank, Motor und Generator wiegt nur ca. 240 kg und kostet unter 10.000 €. Dieses Hybridauto, ausgestattet mit einem Schorr Power Net Empfänger, statt einem Akku, kostet weniger als die Hälfte eines Ampera mit Akku. Strom, der während der Fahrt aus dem Straßenstromnetz bezogen wird, kann exakt abgerechnet werden wie beim Handy auch. Entweder man steckt eine Stromwertkarte in den entsprechenden Slot im Auto, oder man ist Vertragskunde und erhält einmal im Monat eine Rechnung, die genau ausweist, wann und wo man welche Menge Strom aus einer Induktionsschleife in der Fahrbahn gezogen hat.

Weniger als 2 Liter Benzin

Die 745 km von Berlin Mitte nach Berchtesgaden laufen dann so ab, dass außer ein paar wenigen Km in Berlin, nur die letzten 11 km von der Autobahnabfahrt Gröding nach Berchtesgaden Ortsmitte mit an Bord erzeugtem Strom bewältigt werden. Auf 730 km der Strecke erfolgt der Strombezug aus dem Schorr Power Net, der Verbrauch dort ist abhängig vom Fahrstil und der Verkehrslage. Berlin – Berchtesgaden ist mit weniger als 2 Liter Benzin zu schaffen.

An dem Tag, an welchem wir die Autobahn für die vorstehend geschilderte Reise nutzen, werden durch die anderen Fahrzeuge die ebenfalls auf diesen für die Reise genutzten Autobahnabschnitten unterwegs sind, insgesamt 2,9 Millio-nen Liter Sprit verfahren und dieser Verbrauchsdurchschnitt ergibt sich an allen Tagen im Jahr. ■

 

Autor: Charly Schorr

Geschäftsführer Schorr Power Net

 

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