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Ein Opel Corsa OPC von 2015 in Mandarina-Gelb im Profil.
Ein Opel Corsa OPC von 2015 in Mandarina-Gelb im Profil.
Liebling der Massen: Der Opel Corsa OPC im DRIVEN!-Test
Ein Opel Corsa OPC von 2015 in Mandarina-Gelb im Profil.
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Liebling der Massen: Der Opel Corsa OPC im DRIVEN!-Test

Kein Geld ist keine Ausrede: Der Opel Corsa OPC bietet Motorsport zum Schnäppchen-Preis – und hat die Herzen stets auf seiner Seite.

Oh ja, er schluckt! Der Verbrauch des Opel Corsa OPC wird mit 7,5 Litern angegeben. Aber wer sich mit dem Thema Normverbrauch auskennt, schlägt da ja grundsätzlich „noch was drauf“.

Außerdem fährt man hier ein Auto mit dem Schriftzug „OPC“. Das steht für „Opel Performance Center“. Und Adel verpflichtet – also gibt man Gas.

Aber dann kommt der Moment, in dem der Tacho einen Benzinverbrauch von knapp 13 Litern Super Plus vermeldet. Spätestens jetzt wird klar: als reiner Kleinwagen macht dieses Auto sicher keinen Sinn.

Der Opel Corsa OPC – der Nürburgring zum kleinen Preis!

Die eigentliche Existenzbegründung des Corsa OPC liegt daher auf der Nordschleife. Der kleine Opel schafft die berüchtigten 20,8 km nämlich in 8 Minuten 40. In dieser Region tummeln sich Autos, die um einiges mehr unter der Haube haben.

Das Rad eines Opel Corsa OPCs mit Felge.

Dank dem überzeugenden Fahrwerk kann man auf der Piste also auch mal ein paar „Große“ ärgern. Und das schafft der OPC-Corsa für einen Preis von ca. 24.000 Euro. Auf diesen Grundpreis sollte man aber zumindest noch das Performance-Packet für 2.990 Euro draufrechnen, denn erst mit dessen mechanischer Differentialsperre beißt sich der OPC-Corsa so richtig in die Kurven. Dann ist man bei ca. 27.000 Euro. Für ein Auto, das auf der Rennstrecke mithalten kann, ist der Opel damit aber immer noch sehr günstig.

Opel Corsa OPC – Motor, Specs & Co.

Zurück zum Thema Performance: Der Motor leistet 207 PS. Sehr viel mehr kann ein Frontantrieb – erfahrungsgemäß – sowieso nicht verarbeiten, ganz egal wie gut die Systeme arbeiten. Aber ein klein bisschen mehr wäre sicher noch gegangen.

Das Heck eines Opel Corsa OPC in Mandarina-Orange.

Den Standardsprint (0 – 100 km/h) schafft der Opel Corsa OPC in 6,8 Sekunden. Damit liegt er schon recht nahe am Golf GTI (6,5 Sekunden). Die Turbolöcher sind dabei kaum zu spüren. Und wegen des exzellenten Fahrwerks ist die Landstraße nach der Rennstrecke natürlich die zweite Paradedisziplin des OPC-Corsas.

Auf der Autobahn muss er aber auch nur selten „rechts rüber“: der Top Speed liegt bei 230 – und bis 200 km/h hängt der Corsa astrein am Gas. Da kann man schon mal „mit den großen Hunden pinkeln“.

Ein Kampfzwerg im Alltag: Opel Corsa gegen OPC

Wer sich mit dem Corsa OPC danach durch den Großstadt-Dschungel schlägt, erlebt Höhen und Tiefen. Und Überraschungen. So zum Beispiel beim Wendekreis. „Auf dem Teller drehen“ kann man nämlich vergessen, denn irgendwie lassen sich die Räder nicht vollständig einschlagen. Vielleicht sind die 18-Zöllern aus dem Peformance-Packet ja doch etwas zu groß für die Kleinwagen-Basis ...

Andererseits sehen die „Riesenschlappen“ aber verdammt cool aus. Überhaupt machen die OPC-Teile das Auto nicht nur schneller, sondern auch noch liebenswerter: Egal wo man hinkommt, jeder freut sich, den kleinen Sportzwerg zu sehen. Denn auch wenn er keine klassische Schönheit ist: Die Designer haben den Sympathie-Nerv scheinbar voll getroffen.

Der Opel Corsa OPC mit geöffneter Kofferraumklappe.

Die Sitze im Opel Corsa OPC: Ein Segen UND ein Fluch

Bei den Sitzen liegen Alltag und Rennsport aber wieder komplett über Kreuz: Der Seitenhalt der Recaros ist, kurz gesagt, MEGA! Allerdings sind sie nun einmal in einem Zweitürer verbaut. Man muss sie also umklappen, sobald jemand auf die Rückbank will. Das geht aber nur mit extrem viel roher Gewalt.

Ansonsten bleiben die Kleinwagen-Vorteile aber größtenteils erhalten: Die Frontschürze sitzt nicht allzu tief und die Übersicht ist gut, auch wenn die Heckscheibe ein wenig zu klein ist. Mit Parkassistent macht es trotzdem Spaß, den 4 Meter kurzen Racer auch noch in die engsten Lücken zu klemmen. 

Fazit: Macht der Opel Corsa OPC nun Sinn?

Die Antwort lautet ja – aber natürlich muss dafür das Anforderungsprofil einigermaßen passen: Mit diesen Verbrauchswerten sollte man vielleicht nicht unbedingt täglich durch die Stadt pendeln – und es braucht natürlich auch eine gewisse Motorsportbegeisterung.

Dann ist der Opel Corsa OPC mit einem Basispreis von ca. 24.000 Euro (plus 2.990 Euro fürs Performance-Packet) allerdings eine extrem günstige Möglichkeit, um am Wochenende auf der Nordschleife „mitzuspielen“. Dort wird ihn so schnell auch keiner belächeln, denn er hat hier schon ein paar gute Duftmarken gesetzt. Verglichen mit einem Sportwagen ist seine Alltagstauglichkeit dann auch gar nicht so schlecht. Außerdem hat man in so einem extremen Kleinwagen oftmals sehr viel mehr Spaß, als im riesigen 500 PS-Coupé. 

Dazu kommt noch ein extremer Sympathie-Faktor: Vielleicht lag es auch an der quietschigen Signalfarbe (wir hatten ihn in Mandarina-Orange (!)) – aber egal wo man damit auftaucht: Das Auto verbreitet einfach „good vibrations“.

Wer damit auf der Autobahn frech BMW & Co. vorbeizeiht, bekommt dafür meist noch ein wohlwollendes Lächeln geschenkt. Mehr noch: ab und zu wurde sogar extra die linke Spur geräumt: Alle wollten sehen, wie schnell der lustige, kleine Zwerg nun wirklich rennen kann. Und fährt man im Sportmodus bei der Eisdiele vor, bekommt man auch mal eine Kugel aufs Haus. 

Opel Corsa OPC 2015 Technische Daten
Grundpreis 24.395 €
Hubraum/Motor 1,6 Liter / 4-Zylinder
Leistung 152 kW (207 PS); 280 Nm
V-Max 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,8 s (mit Schaltgetriebe)
Verbrauch kombiniert 7,5 Liter/100 km
Verbrauch innerorts 9,9 Liter/100 km
Verbrauch außerorts 6,2 Liter/100 km
CO2-Emission Kombiniert in g/km 174
Antriebsart Frontantrieb
Länge x Breite x Höhe 4020 x 1740 x 1480 mm
Kofferaumvolumen 285 Liter
Leergewicht 1293 kg

 

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