Driven! Automagazin
Ein weißer Kia Optima Der Kia Optima GT mit 245 PS. Foto: Rosenbach
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Fahrbericht Kia Optima GT

Der 245 PS-Koreaner

Mit dem neuen Kia Optima GT bringen die Koreaner das stärkste Modell, das in Europa erhältlich ist. 245 PS im Driven!-Fahrbericht.

Der Kia Optima gehört zu den international erfolgreichsten Modellen des koreanischen Automobilherstellers. Rund 300.000 Einheiten wurden im Jahr 2015 produziert. Jetzt traut sich Kia einen kleinen Hieb gegen die sportliche Mittelklasse à la BMW 3er, VW Passat und Co. In der dritten Generation des Optimas wurde nämlich an nichts gespart. Wir zeigen Euch den schnellsten Kia Europas im Fahrbericht.

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Design und Innenraum der KIA Optima GT

Mit einer Länge von 4,86 Metern steht der Optima satt auf der Straße. Im Vergleich zum Vorgänger sind die Linien und Konturen der Karosserie schärfer gezeichnet. Zudem setzt sich das GT-Modell mit einer sportlichen Front- und Heckstoßstange mit Doppelendrohren und einem Heckdiffusor, sowie mit Seitenschwellern mit schwarzen Akzenten und einem Dachspoiler ab.  Ab der Ausstattungslinie "Spirit" sorgen die LED-Scheinwerfer und Rückleuchten für einen noch individuelleren Eindruck beim Koreaner. Die für die GT-Modelle vorbehaltenen 18-Zoll-Räder und rot lackierte Bremssättel runden den Gesamteindruck ab.

Kia Optima GT Innenraum
Credit: Rosenbach

Die größten Unterschiede finden sich jedoch im Innenraum. Das leicht dem Fahrer zugewandte Cockpit bietet einen hochwertigen Gesamteindruck und wirkt aufgeräumt. Für die GT-Modelle gibt es außerdem beheizbare, belüftete und elektrisch verstellbare Sportsitze und ein Sportlenkrad mit roten Kontrastnähten. Die Sitze bieten guten Seitenhalt und sind bequem gepolstert. Der Fond überzeugt mit großzügigen Platzangebot für Beine und Kopf - trotz einer steil abfallenden Dachlinie. Mit einem Kofferraumvolumen von 552 Litern bietet der Sportwagon rund 70 Liter mehr Platz für Gepäck als der Wolfsburger Kontrahent VW Passat. Praktisch: Die Gepäckraumabdeckung lässt sich vollständig in einem Ablagefach im Boden verstauen.

Kia Optima GT Mittelkonsole
Credit: Rosenbach

Technik

Auch technisch geht Kia in die vollen: Das Top-Modell bietet beinahe Vollausstattung im Basispreis. Einzig das Panoramadach darf man noch auf Wunsch extra hinzufügen. Die großzügige Serienausstattung bietet ein 7 Zoll-Display mit Navigation. Die Bedienung fällt leider etwas umständlich aus. Das Display könnte Klassentypisch ebenfalls etwas größer und die Auflösung ein bisschen schärfer sein. Ein Pluspunkt: Das System unterstützt Apple Car Play und Android Auto. Wie im kürzlich vorgestellten Kia Niro, gibt es in den Ausstattungslinien GT/GT-Line und Spirit mit DCT eine induktive Ladestation für Smartphones wie das Samsung Galaxy S7. Ebenfalls im GT und GT-Line: eine sensorgesteuerte, elektronische Heckklappe, die mit einem Druck auf dem Schlüssel nicht nur schließt, sondern auch öffnet. Zudem gibt es einen Parkassistenten, eine 360 Grad Kamera und zahlreiche Assistenzsysteme wie Spurwechselwarner, Querverkehrwarner, adaptiver Tempomat und Notbremsassistent.

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Motor, Fahrwerk und Verbrauch

Der schnellste Kia Europas kommt mit einem Zweiliter-Turbobenziner mit vier Zylindern und 245 PS. Kombiniert mit einer Sechsstufen-Automatik spurtet der Koreaner in 7,6 Sekunden auf Hundert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei angegeben 232 km/h. Im Test konnten wir aber den Optima GT Sportswagon bei einer leicht abfallenden Autobahn auf maximal 256 km/h beschleunigen. Schade, dass für diese Motorisierung nicht das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe erhältlich ist, das deutlich schneller den nächsten Gang einlegt. Der GT-Modus schärft die Lenkung, das Fahrwerk und lässt den Motor ein wenig mehr ausdrehen. Außerdem sorgt ein Soundakuator für einen bulligeren Motorsound, dieser kann aber auf Dauer doch ein wenig stören.

Kia Optima GT von Hinten
Credit: Rosenbach

Kia gibt den kombinierten Verbrauch mit 8,2 Litern an. Da es dem Motor mit 350 Newtonmetern etwas an Drehmoment fehlt, erreicht er die ausschlaggebende Leistung von 245 PS nur in den höheren Drehzahlen. Das geht vor allem auf die Kosten des Verbrauchs. Bei zügiger Fahrweise kann der Verbrauch schon mal auf über 10 Liter ansteigen. Das Fahrwerk ist in der GT-Variante sportlich abgestimmt und lässt den Optima zackig um die Kurven zirkeln. Die geschwindigkeitsabhängige Lenkung könnte jedoch ein wenig mehr Rückmeldung bieten und ist vor allem bei niedrigen Kurvengeschwindigkeiten viel zu leichtgängig.

Fazit

Der Kia Optima GT überzeugt als echte Alternative zu Passat und Co. Zum günstigen Preis. Vor allem die großzügige Serienausstattung im GT und das sportliche Design lassen den Koreaner attraktiv wirken. Den Kia Optima GT Sportwagon gibt es ab 41.790 Euro zu kaufen.

Technische Daten:

Kia Optima GT Sportswagon 2016
Grundpreis 41.790 €
Hubraum/Motor 2,0 Liter / 4-Zylinder
Leistung 180 kW (245 PS); 350 Nm
V-Max 232 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,6 s
Verbrauch kombiniert 8,2 Liter/100 km
CO2-Emission Kombiniert in g/km 191
Antriebsart Frontantrieb
Länge x Breite x Höhe 4855 x 1860 x 1470 mm
Kofferaumvolumen 552 Liter
Leergewicht 1680 kg