Driven! Automagazin
Autos in einer Ausstellung Foto: Pixabay
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Gebrauchtwagenkauf - so geht es!

So findest Du Dein perfektes Auto

Driven! zeigt Dir im Gebrauchtwagen-Ratgeber Tipps und Tricks um den perfekten Gebrauchtwagen zu finden.

Du planst einen Gebrauchtwagenkauf? Super! Allerdings gibt es beim Kauf ein paar Hürden. Hier geben wir Dir alles an die Hand, damit Du Deinen Gebrauchten online findest, beim Verkäufer eine gute Figur machst und schließlich glücklich nach Hause fährst.

Wie Gebrauchtwagen im Internet kaufen?

Nie zuvor war der Weg zum Traumwagen einfacher. Dank einem massiven Angebot an Gebrauchtwagen und detaillierten Suchfunktionen der Gebrauchtwagenportale, lässt sich in Nullkommanix das Fahrzeug mit den gewünschten Kriterien finden.

Das Gebrauchtwagenportal mobile.de listet alleine in Deutschland satte 1.489.795 (Stand: 30.12.2016) Fahrzeuge, die aktuell zum Verkauf stehen. Eine riesige Auswahl und damit auch ein guter Startpunkt. Auch auf Autoscout24 lohnt die Suche.

Allerdings kann diese riesige Auswahl an gebrauchten Autos auch abschrecken. Wir zeigen Dir, wie Du mit den richtigen Tipps und Tricks ohne böse Überraschungen Deinen neuen Alten findest.

Das Wichtigste: Lege Dir ein Budget fest, das Du nicht überschreiten möchtest. Nun stellt sich die Frage, ob Du bereits weißt, welches Modell es werden soll.  Nutze die Detailsuche auf den gängigen Gebrauchtwagenportalen. Lege den Kaufpreis in der Suche ein wenig oberhalb Deines Budgets fest, denn oft kann man noch etwas verhandeln.

Suche eingrenzen: Mit Hilfe der Detailsuche kannst Du das Angebot stark eingrenzen. Soll der nächste Gebrauchtwagen Xenonscheinwerfer oder ein Navi haben? Ein Drei- oder Fünftürer? Außerdem kannst Du direkt die gewünschte Karosserieform, wie beispielsweise eine Limousine oder einen SUV, wählen.

Suche sortieren: Sobald Du die Inserate anhand deiner Suche gefunden hast, empfiehlt es sich, die Angebote zu sortieren. Nebst dem Auf- und Absteigen der Gebrauchtwagenpreise kannst Du ebenfalls die Entfernung zum Wohnort oder den Kilometerstand sortieren. Durch das Sortieren nach Inseratdatum erkennst Du ältere Angebote. Diese kann man eventuell mit der Argumentation der längeren Standzeit im Preis besser herunterhandeln.

Benutze den Suchradius: Natürlich findest Du mehr Angebote deutschlandweit, falls Dein Traum-Gebrauchtwagen jedoch zum attraktiven Preis in Hamburg steht und Du in München wohnst, musst Du die Reise- und Überführungskosten mit einkalkulieren. Denn die Anreisekosten zum potenziellen Fahrzeug können sich schnell summieren. Schlussendlich könnte dann sogar ein vergleichbares Fahrzeug in der Nähe Deines Wohnortes günstiger sein.

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Gebrauchtwagen kaufen von Händler oder Privat?

Privatverkäufe sind in der Regel günstiger, jedoch haftet der Verkäufer nach Verkauf nicht für entstehende Mängel am Gebrauchtwagen, außer es handelt sich dabei um mutwillig verschwiegene Mängel, welche aber im Nachhinein schwierig zu beweisen sind. Bei älteren Fahrzeugen mit bekannten Problemen lohnt sich der Kauf vom Händler. Dieser ist bei Verkauf an eine Privatperson der Sachmängelhaftung verpflichtet. Die gesetzlichen Sachmängelansprüche gelten immer nur, wenn der Mangel bereits bei Übergabe vorlag. Tritt ein Mangel in den ersten sechs Monaten auf, unterstellt der Gesetzgeber, dass der Mangel schon bei Übergabe vorlag. Nach dieser halbjährigen Frist kehrt sich die Beweislast um und der Käufer muss beweisen, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war. Deshalb lohnt es sich meistens eine zusätzliche und kostenpflichtige Gebrauchtwagengarantie abzuschließen. Dann ist es egal, wann der Mangel auftrat - die Garantie gilt immer.

 

Autoverkäufer
Fotocredit: ZDK

Wie besichtige ich einen Gebrauchten?

Kontaktiere den Verkäufer und vereinbare einen Termin zur Besichtigung. Checke den Wetterbericht – Regen könnte Mängel wie Kratzer und Dellen am Fahrzeug verdecken. Und sind wir doch mal ehrlich: Im Regen stehst Du bestimmt sowieso ungern. Sorge zudem dafür, dass genug Tageslicht vorhanden ist und plane ausreichend Zeit ein. Außerdem solltest Du darauf bestehen, dass das Fahrzeug vor Deiner Ankunft kalt ist. Bei einem Kaltstart erkennst Du anhand ungewöhnlicher Geräusche, ob der Motor Probleme macht oder der Auspuff undicht ist. Hast Du einen Bekannten mit Kfz-Fachkenntnissen? Frage ob er mitkommt. Vier Augen sehen immer mehr als zwei. Und im Idealfall wirst Du oder Dein Bekannter noch ein Blick unters Auto. Denn schon so manche "Unfallfrei"-Angabe wurde durch schwer übersehbare Schweißnähte widerlegt.

 

Außerdem solltest Du Dir alle Fahrzeugpapiere aushändigen lassen. Überprüfe die Anzahl der Vorbesitzer. Handelt es sich um ein deutsches Fahrzeug? Hat das Auto ein Scheckheft? Darin siehst du, ob die Wartungsintervalle eingehalten worden sind. Vergleiche diese mit der aktuellen Kilometerlaufleistung. Entstehen Ungereimtheiten, dann setzte dich mit dem Vorbesitzer in Verbindung. Weist das Auto ein sauberes Erscheinungsbild auf? Schmutz könnte Mängel verdecken. Überprüfe die Spaltmaße, diese könnten Aufschluss darüber geben, ob das Auto einen Unfall hatte. Überprüfe das Bordwerkzeug, denn ist der Abschlepphaken gebraucht oder nicht vorhanden, dann könnte dies ein Indiz dafür sein, dass das Auto bereits am Haken hing. Danach solltest du den Innenraum überprüfen. Ist das Lenkrad, die Wählhebel und der Schaltknauf abgegriffen? Die Pedalerie und Sitze abgenutzt? Das kann Aufschluss darüber geben, ob der Tachostand manipuliert worden ist.

Die Probefahrt mit dem Gebrauchtwagen

Ein unentbehrlicher Bestandteil des Gebrauchtwagenkaufes ist die Probefahrt. Wenn der Verkäufer keine Probefahrt zulässt, solltest Du die Sache sofort beenden. Denn nur bei einer Probefahrt lässt sich erkennen, ob Motor, Getriebe und Fahrwerk in Ordnung sind.

Und so geht es: Fahre 10 Kilometer, stelle das Fahrzeug erneut auf ebener Fläche ab und warte 2 Minuten, damit sich das Öl in der Ölwanne sammeln kann. Dann überprüfe den Ölstand. Ein Zettel im Motorraum gibt Gewissheit, wann der letzte Ölwechsel stattfand. Vergleiche diesen wieder mit dem aktuellen Kilometerstand. Finde ein ruhiges Straßenstück, beschleunige mal durch und schalte alle Gänge. Lass das Lenkrad locker und bremse. Zieht das Fahrzeug nach rechts oder nach links, dann ist die Spur verzogen.

Nicht zuletzt hilft Dir eine Probefahrt auch herauszufinden, ob genau dieses Auto Dein nächstes sein soll.

Zufrieden? Glückwunsch zum neuen Auto

Wenn Du mit dem Fahrzeug zufrieden bist, dann kannst Du Dich an die Verhandlung machen. Gib dem Verkäufer nicht den Eindruck, dass Du von dem Auto begeistert bist. Das könnte den Verhandlungsspielraum minimieren. Betrachte den Kauf nüchtern und zähle noch einmal alle gefundenen Mängel auf. Nenne einen realistischen Preis unter dem inserierten Angebot, um Dir eine gute Verhandlungsposition zu verschaffen. Informiere dich vorab auf den gängigen Gebrauchtwagenportalen nach Preisen eines vergleichbaren Fahrzeugs. Ist das Fahrzeug 8-fach bereift und Sommer beziehungsweise Winter stehen vor der Tür? Falls nicht, kannst Du eventuell bei einem Händler noch einen Satz Räder aushandeln. Sind beide Parteien glücklich, steht einem Kaufvertrag nichts mehr entgegen und Du bist Besitzer Deines neuen Alten.

Als Grundlage für alle Verhandlungen, auch wenn der Verkäufer einen Vertrag vorlegt, lohnt es sich immer, einen Standardvertrag zu kennen. Die deutschen Verkehrsverbünde bieten solche kostenfrei an. Hier kannst Du zum Beispiel den ADAC Standard-Kaufvertrag herunterladen.

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