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Bilderserie, die die Gesichtsausdrücke vom ehemaligen US-Präsident George W. Bush mit denen eines Schimpansen vergleicht.
Bilderserie, die die Gesichtsausdrücke vom ehemaligen US-Präsident George W. Bush mit denen eines Schimpansen vergleicht.
Online B2B Conference „Hirnschmalz ist nicht gefordert!“
Bilderserie, die die Gesichtsausdrücke vom ehemaligen US-Präsident George W. Bush mit denen eines Schimpansen vergleicht.
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Online B2B Conference „Hirnschmalz ist nicht gefordert!“

Am ersten Tag der Online B2B Conference standen in München neben der digitalen Transformation vor allem die großen Emotionen im Mittelpunkt.

Der erste Tag der Online B2B Conference in München, am 01. Juli 2015, hat spannende Vorträge für die Zuhörer bereitgehalten. Vieles ist bereits bekannt, aber an der Umsetzung hapert es dann doch immer wieder. Dr. Hans-Georg Häusel, Hirnfoscher und Dozent an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich, machte deutlich, worauf es bei der Zielgruppengewinnung im Wesentlichen ankommt. Die Antriebskraft unseres Gehirns sind die Emotionen. So werden 70 bis 80 Prozent aller Entscheidungen unbewusst getroffen.

Alles, was keine Emotionen weckt, ist dabei im Prinzip sozusagen sinn-, wert-, und bedeutungslos. Außerdem vermeidet das Gehirn in der Regel jegliche Anstrengung! Denn jedes Mal, wenn unser Gehirn, das eigentlich nur zwei Prozent unseres Körpergewichts ausmacht, gefordert wird, verbraucht es 20 Prozent unserer verfügbaren Energie. Daraus folgt: Genau wie im echten Leben will es der Kunde auch online so einfach wie möglich haben: Webseiten müssen möglichst einfach und intuitiv bedienbar sein und die Informationen sollten so aufbereitet sein, dass man sie schnell erfassen kann.

 

Und all das fängt, wie so oft, beim ersten Eindruck an. Wenn der auf einer angesurften Seite nicht stimmt, dann „ … fängt das Gehirn an zu kotzen!“ wie Dr. Häusel es salopp ausdrückt. Um den Menschen emotional anzusprechen, muss man verstehen, auf welche Emotionen er reagiert, denn er bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Stimulanz, Balance und Dominanz. Je nach Zielgruppe und Produkt gilt es herauszufinden im welchen Cluster diese angesiedelt ist. Marktforschung wäre ein Weg dahin, um nicht im Dunkeln zu tappen und an der Zielgruppe vorbei zu kommunizieren.

Mindmap, auf dem große deutsche Marken und die Emotionen, die sie ansprechen, abgebildet sind.

Emotionen kann man daher mit den folgenden Strategien wecken: Happy Web, Easy Web, Trust Web und Power Web. Happy Web, darin ist Google ein Meister. Durch witzige Animationen, die oft an große Ereignisse anknüpfen, schafft es Suchmaschinenriese regelmäßig, ein kleines Lächeln auf die Gesichter der Nutzer zu zaubern. Ein virtueller Reißverschluss, den die User mit der Maus öffnen können oder Rasierschaum sprühende Männchen in Anlehnung an die Weltmeisterschaft, bringen  die Betrachter schnell und einfach zum Schmunzeln.

Easy Web ist ein großes Thema, weil noch immer viele Webseitenbetreiber ein Katz und Maus Spiel daraus machen, die Kontaktdaten sichtbar zu platzieren. Die Impressumspflicht reicht leider nicht, „easy“ heißt bei Dr. Häusel eine schnelle und einfache Auffindbarkeit der Kontaktdaten. Mit Trust Web wird ein Thema angesprochen, dass immer mehr Relevanz im Netz erhält: Die Sicherheit von Daten. Server im Ausland? Keine Auskunft über die Verwaltung der Nutzerdaten? Wer hier gute Lösungen anbietet, punktet in Zukunft stärker.

Als letztes bleibt das Power Web. Damit ist nicht nur eine schnelle Datenübertragung gemeint. Aus der Sicht der Hirnforschung erwartet der Mensch schnellere Abläufe bei elektronischen Medien. Das Hirn stellt sich quasi auf das Medium ein. Die Ungeduld ist bei Internetnutzern höher, wenn Information nicht schnell genug gefunden werden oder Seiten zu langsam laden.

Die Bedeutung der Digitalisierung: Es geht um alles!

Es gibt also immer noch viel zu tun auf dem Weg zur Digitalisierung, das hören wir auch von Florian Hirt von Google. Denn bei der Zukunft der deutschen Wirtschaft ginge es nicht um kleine Korrekturen, sondern um alles! Große Worte, die da als Zitat von Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung  Accenture, an der Wand haften. Doch die nächste Graphik offenbart den Wahrheitsgehalt dieser Worte. Momentan liegt die Marktkapitalisierung von nur vier Unternehmen (Apple, Google, Amazon und Facebook) höher als die Top dreißig der deutschen Dax Unternehmen. Doch Veränderung ist nichts, wenn die Geschäftsführung nicht mitspielt. Digitale Transformation ist Chefsache! Anstelle von CEOs, erfahren die Zuhörer, braucht die Veränderung CDOs (Chief Digital Officers) und die enge Verzahnung von Vertrieb, Marketing und IT-Abteilung. Und der nächste Redner Alexander Kluge gibt einen Vorgeschmack auf das, was Büroarbeit in Zukunft bedeuten könnte:

Bild der Logos der 4 großen Internetunternehmen: Amazon, Google, Facebook und Apple.
  •  Vermischung von Arbeit und Freizeit
  •  Arbeiten überall
  •  Arbeit mit jedem beliebigen Gerät
  •  Jeder bestimmt seinen eigenen Karrierepfad
  •  Mitarbeiter sucht und erledigt seine Aufgaben
  •  Wissen wird geteilt, um Ziele zu erreichen
  •  Kollaborations-Werkzeuge stehen im Vordergrund
  •  Fokussiert auf kontinuierliches Lernen
  •  Verteiltes Lernen, Lernen und Unterrichten wechseln sich ab

Einiges davon mag noch wie Science Fiction klingen, anderes, wie mobiles Arbeiten, hält bereits Einzug in viele Unternehmen. Die digitale Transformation schreitet unaufhaltsam voran. Mobiles Internet, das Internet der Dinge, Autonomes Fahren und Additive Fertigung gehören zu den wichtigsten Zukunfts-Technologien. Doch so fortschrittlich diese Entwicklungen sind: Ihnen stehen  immer noch viele Unternehmen entgegen, die das Internetzeitalter mehr oder weniger gerade erst für sich entdecken. Unverständnis, Unwissenheit und Ignoranz, auch darüber sind sich die Redner an diesem Morgen einig, sind die Bremse der Digitalisierung. Deshalb sind sich alle einig: Der größte Fehler bei der digitalen Transformation ist abwarten und Nichtstun!

 

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